Kacy & Clayton – Carrying On

Das neue Album „Carrying On“ von Kacy & Clayton ist ein warmes und einladendes Werk, dass geschickt mit Einflüssen von Hoyt Axton, Fairport Convention, Dolly Parton, The Byrds und Bobbie Gentry kokettiert. Das kanadische Duo aus dem ländlichen Saskatchewan hat zum zweiten Mal in Folge ihr Album von Jeff Tweedy produzieren lassen. Beinahe zeitgleich hat Tweedy auch mit seiner eigenen Band Wilco ein neues Studioalbum veröffentlicht. Wie der Vorgänger „Sirens“ hat sich das Duo mit einem volleren Sound vom minimalistischen Stil seiner frühen Platten entfernt. 

Sowohl Clayton als auch Kacy singen und spielen mehrere Instrumente und haben diesmal mit Schlagzeuger Mike Silverman und dem neuen Bassist Andy Beisel auch ihre Rhythmussektion wieder. Textlich vermeidet das Paar die persönliche Selbstbeobachtung, um lebendige Charaktere und Geschichten zu kreieren. Der Anfangstrack „The Forty-Ninth Parallel“ ist ein Klagelied über Armut, „High Holiday“ bietet eine durchdringende Gitarre und wird von Clayton’s Stimme dominiert, während wir mit „In Time of Doubt“ einen Quasi-Walzer hören, in dem sie eine Trennung beklagt und sich wünscht, sie hätte so viel Selbstvertrauen wie diejenigen, die sie verschmäht.

Insgesamt sind die Texte eher dunklerer Natur, wenn beispielsweise die Zeile „death comes every evening, knocking at my door“, im traurigen „Spare Me Over One More Year“ erklingt, doch zum Glück werden diese tiefhängenden Gedanken durch helle Musiktöne aufgelockert und auch die liebenswürdige und beruhigende Stimme von Kacy ist ein großartiges Hörerlebnis. Möge dieses großartige Paar noch lange so weitermachen.