Junglepussy – JP4

Als JUNGLEPUSSY hat die New Yorker Rapperin und Sängerin Shayna McHayle Platten aufgenommen, die sich auf ihre witzige Persönlichkeit und die Bereitschaft konzentrieren, mit der Produktion zu experimentieren. Ihr erstes Mixtape und zwei Studioalben waren voller dreister (und oft komischer) lyrischer Widerhaken über Sex und Gesellschaft. Auf JP4 erweitert sie ihre kreative Sichtweise, indem sie Ihre skurillen Produktionen auf die Spitze treibt.

Shayna McHayle hat sich auf drei frechen, gutmütigen Alben als eine der witzigsten und unberechenbarsten Rapperinnen New York’s etabliert. Ihre Musik sprudelt vor ausgefallenen, sexpositiven Zeilen, die in einem rasanten Fluss geliefert werden und durch ihre endlose Eigenständigkeit angesichts beschissener Männer gestärkt werden. Es gibt sehr wenig, was sie musikalisch oder anderweitig nicht versuchte und gab sogar ein herausragendes Schauspieldebüt in dem Drama Support the Girls von 2018. Junglepussy folgt dieser Performance mit ihrem vierten Album „JP4“, einer vielseitigen Mischung aus betäubtem Trip-Hop und erhebendem R&B, die sowohl ihren Sound als auch ihre Themen der Selbstbestimmung erweitert, indem sie uns tiefer als je zuvor in ihre Psyche führt.

Die Single „Main Attraction“ knallt mit schrulligen Einzeilern: „All you undercover lovers / Hold my dick from a distance“. Während sie zwischen einer unschuldigen höheren Stimmlage im Refrain und ihrer raueren Rap Stimme wechselt, ist „Main Attraction“ eine kurze und süße Melodie, die viel besser für das Radio geeignet ist, als wir es von einer Künstlerin namens Junglepussy erwarten würden. Das beunruhigende und beständig absteigende „Spiders“ ist ein Paradebeispiel dafür, in welcher Vielzahl Junglepussy Ihre Stile erkundet und dabei Ihre stetige Prahlerei niemals unter den Tisch fallen lässt. „Morning Rock“ unterstreicht den Appetit auf bluesige Rhythmen und bietet die ideale Plattform für eine ehrliche Ausschüttung ihrer doppeldeutigen und humorvollen Gedanken.

Das Highlight folgt mit „Stamina“ und kombiniert einen von Saiten geführten Backbeat mit sexuell aufgeladenen Texten. Die Lyrik ist lobenswert in ihrer Fähigkeit, ein einst tabuisiertes Thema zu illustrieren und Details des Begehrens und der körperlichen Leidenschaft aus weiblicher Sicht zu spezifizieren. Es gibt nur selten Momente, in denen die komplexe Hintergrundinstrumentierung die gelegentlich routinemäßigen Gesänge überschattet und sich nach einer Spritze Lebhaftigkeit sehnt. Junglepussy ergreift die Initiative im Abbau des Regelwerks und überzeugt uns davon, dass die gewagten, neugierigen und experimentellen neuen Richtlinien des Hip Hop aufregend und dynamisch sein können. Man kann sich nur wohlwollend die nächsten Schritte von Junglepussy vorstellen. Aber lassen wir während des Wartens darauf, die Originalität dessen genießen, was wir gerade haben.

8/10