Jungle – Loving In Stereo

JUNGLE’s bewährte Mischung aus Neo R&B, French Touch und Retro-Disco gewinnt auf dem dritten Album des Duos dank stilistischer Abstecher in den Acid Jazz neuen Schwung.

Mit „Loving In Stereo“ ist ein dynamisches Disco-Album für das Zeitalter nach der sozialen Distanzierung entstanden, das auf der Tanzfläche all die Dinge feiert, die Musik auszeichnet. Diese neue Ära in der Jungle Geschichte wird weiter befeuert, indem das Duo gleichzeitig eine unverwechselbare Pop-Unmittelbarkeit kanalisiert und den Umfang ihres Sounds erheblich erweitert. Ein Großteil des neuen Albums ist dabei während des Lockdowns in England entstanden und aufgenommen worden. Lloyd-Jones sagte, ihr Ziel sei es, etwas Positives zu tun, das die Menschen aufrichtet. Das Album ist hoffnungsvoll und seine Texte handeln von Neuanfängen.

Zu Beginn von Tracks wie „All of the Time“ und „What D’You Know About Me?“ scheinen sich Türen zu öffnen und Sonnenstrahlen aus dem Nichts zu sprießen, aber die unauslöschlichen Ohrwürmer, die den Ruf von Jungle auf Ihrem Debüt von 2014 begründeten, erweisen sich als etwas schwieriger zu replizieren. Oberflächlich gesehen, bleibt es ein tolles Album und es hätte keinen besseren Weg geben können, den hoffnungsvollen Kern von „Loving In Stereo“ einzuführen, als mit den ersten Singles „Keep Moving“ und „Talk About It“. Aber gelegentlich verstrickt sich das Album in Midtempo-Kost, die das Adrenalin schwinden lässt. 

„Lifting You“ und „Romeo“ geraten aus dem Fokus und schwächen das ansonsten intensive Hörerlebnis merklich ab. Doch Jungle können so manch steife Oberlippen zu einem Lächeln verbiegen. Josh Lloyd-Watson und Tom McFarland denken auf „Loving In Stereo“ mehr positiv als besorgt über die Gegenwart und die Zukunft.

6.8