Itchy Poopzkid – Lights Out London

Mit ‚ Lights out London ‚ erscheint am 25. Februar 2011 das vierte Studioalbum, diesmal auf dem bandeigenen Label Findaway Records von Itchy Poopzkid. Kaum eine andere Band ist in den letzten Jahren so viel getourt, hat so viel geschwitzt, gearbeitet, begeistert und damit bleibende Eindrücke bei tausenden Leuten hinterlassen wie die aktuelle Besetzung um Sibbi, Panzer und Max. Ob es für das neue Album geholfen hat, bleibt zweifelhaft. Denn bereits die erste Single und Opener ‚ Why Still Bother ‚ klingt wie ein Track von Billy Talent. Verzichtet wurde lediglich auf den schreienden Gesang von Benjamin Kowalewicz und generell auf die treibenden Rhythmen. Bei Itchy Poopzkid läuft eben alles einen Gang weiter unten. Auf den ersten Blick muss das nichts schlechtes sein, stehen schließlich nicht alle Menschen auf die impulsive und übertönende Stimme von Ben, doch ein wenig mehr Eigenständigkeit hätte dem Trio aus Stuttgart (exakt aus Eislingen/FIils) nicht geschadet. Immerhin zeigen die Schwaben mit diesem für die Tierschutzorganisation WDCS geschriebenen Lied lobenden Sozialaktivismus. Aber eine Single dient aus musikalischer Sicht in erster Linie der Promotion für das Album muss somit nicht zwingend den Inhalt eines Langspielers wiedergeben. ‚ Is It On ‚ unterstreicht die Vorgehensweise und zeigt schrummelnde Gitarren, treibende Chöre im Hintergrund und einen eingängigen Refrain. Eigentlich die perfekte Punk-Pop Nummer für ausgelassene Tanzabende unter Freunden. Fehlen darf an dieser Stelle selbstverständlich auch nicht das obligatorische Zwischenspiel abtauchender Gitarren und dem abbremsenden Rhythmus gegen Ende des Tracks, um so nochmal den Refrain erneut auf Rundgang schicken zu können. ‚ Where Is The Happiness ‚ stützt sich ein wenig auf den Reggae, verfolgt im Prinzip aber gängige Takte und läuft ohne Zwischenfälle gemütlich durch drei Minuten Spielzeit. ‚ The Enemy ‚ überzeugt mit eigenwilligen Kompositionen und einem gröhlenden Refrain, „Where is the enemy?“, der auch nach dem achten Bier problemlos aus dem eigenen Munde flutschen dürfte. Die vielversprechenden Momente wären damit also gegeben, doch leider fehlt der Platte am Ende der nötige Biss und zerstört sich diesen kontinuierlich durch Nummern wie ‚ Watch Us Come Undone ‚, ‚ How’s The Weather Back Home ‚ oder auch ‚ Down Down Down ‚, einer rockigen Ballade die nicht Ihre oberflächlichen Weiten verlassen will. Es kracht dafür wieder gewaltig im Stück ‚ Away From Here ‚ und ‚ Mute Somebody ‚ gibt den Titel als Programm vor. Leider endet auch hier der großartige Beginn in einen entschärfenden Refrain, der wie vieles Weitere auf ‚ Lights Out London ‚ wohl als Sicherheitsstufe eingebaut wurde, um abschließend nicht allzu erschreckend auf die lieben und angepassten Hörer von Itchy Poopzkid zu wirken. Man will seine treuen Fans schließlich nicht verschrecken. Eh klar.