Is Tropical – Native To

Man darf behaupten, ‚ Native To ‚ gehört zu den meist erwarteten Debüt-Alben in diesem Jahr. Produziert wurde die Platte gemeinsam mit Jimmy Robertson und in Teilen von LifeLike, enthält das Werk zwölf neue Songs, inklusive der aktuellen Single ‚ The Greeks ‚ und der ersten Veröffentlichung ‚ South Pacific ‚. Musikalisch arbeitet sich die Platte mit spielerischer Leichtigkeit durch rohe Pop-Träumereien, hymnische Frühsommer-Nachts-Tänze, nächtliche Wanderungen und glitzernde Clubs. Der Opener ‚ South Pacific ‚ entwächst langsam den aufsteigenden elektronischen Landschaften und wird anschließend von der beruhigenden Stimme Dom Barber’s in unscharfen Skizzen geleitet. Zugleich bietet die erste Single einen perfekten Ausschnitt der kommenden Songs, digitale Harmonien, fetzige Refrains, Low-Key-Elektro-Pop Elemente und eine standhafte Stütze in Form von ‚ The Greeks ‚. Denn hier fließen alle musikalischen Stile der Band zusammen. Ausgereifte Melodien, elektronische Harfen klimpern zwischen auftürmenden Gitrarren und marschierende Trommelschläge. „Bass heavy, beat driven, pop-influenced lo-fi dance music”, so beschreiben Is Tropical Ihre Musik selbst und ganz egal wie auch immer man selbst dazu sagen möchte – Ihr Sound kennt keine physischen Grenzen. ‚ Land Of The Nod ‚ besticht durch seine fröhlichen und hellen Synthies. Dazu gesellen sich infektiöse Basslinien und tanzbare Rhythmen die beweisen, auch in den simplen Gefilden kann die Band aus London durchaus für maximalen Anspruch sorgen. ‚ Lies ‚ ist dagegen der dunkle Gegenpart mit tretenden Drums, rollenden Bässen und ausfallenden Synthies. Eine weitere Erforschung der eigenen Qualitäten zeigen Is Tropical in ‚ What??? ‚ mit einer Retroperspektive, die an frühere Zeiten der SNES Computerspiele erinnert. Doch eines von zwei herausragenden Highlights erwartet uns mit ‚ Clouds ‚. Wieder glänzen hier einfache Tastenkombinationen auf dem Keyboard, doch sind diese stets mit einer derart ausgefeilten Geschicklichkeit versehen, dass sämtliche Variationen am Ende in pure Lebensfreude umgewandelt werden. Mit ‚ Oranges ‚ folgt das Trio den Rufen zurück zum elektronischen Wahnsinn. Gleitende Melodien, weitläufige Landschaften und ruhenden Gitarren, die besonders in den letzten Momenten des Songs von Ihren Leinen befreit werden und vollkommen losgerissen Ihre Riffs durch die Strophen katapultieren. Hätte man die Gitarren von Bloc Party in ätzende Säure getunkt, herausgekommen wäre mit Sicherheit auch ein Stück wie ‚ Think We’re Alone ‚ mit seinen stämmigen Basslinien und glitzernden Synthies. In ‚ Zombie ‚ folgt der Fall in dunkle Atmosphären, doch der erste Eindruck täuscht: die Rhythmen übernehmen eine klare Linie und setzen Ihre sympathischen und wandelnden Veränderungen in brillante infektiöse Strophen ein. Und fast als das Ende erreicht wurde, folgt wie versprochen der zweite Teil herausragender Highlights. Eigentlich war es damals nur die B-Seite zur Single ‚ When O When ‚ und es erschien mehr als unwahrscheinlich den Track nochmals auf einer späteren Produktion wiederzufinden. Aber wir hatten Glück! Die aufheizenden Drums beginnen, der Bass am Anfang der Strecke sorgt für die nötige Spannung, die Gitarren und Keys folgen mit weitreichenden Echos und düsteren Ausdrücken in Ihren Gesichtern. Schlussendlich bleibt es absolut genial, was die Herrschaften von Is Tropical auf Ihrem Debüt fabriziert haben. Absolute Kaufempfehlung an dieser Stelle.