Intergalactic Lovers – Greetings & Salutations

Eine Suspension aus Sand in Wasser: unter Druckeinfluss verhält sich das Debüt-Album ‚ Greetings & Salutations ‚ der Intergalactic Lovers wie Treibsand in unseren Gehörgängen. Der rasche Abfluss Ihrer Melodien umlagert unverkittete Körner und fügt sich nach Abpressung der melancholischen Ohrwürmer wieder zusammen – die Songs ineinander greifen und diesen einen Punkt erreichen, was zwar schon einigen, aber immer noch zu wenigen Musikfreunden bekannt ist: die Intergalactic Lovers sind eine der wenigen wahren Indie-Helden und fügen sich randlos in die Riege großartiger Künstler aus Belgien ein. dEUS, Soulwax, Das Pop oder Ghinzu sind nur vier Beispiele für das geschickte Händchen unserer westlichen Nachbarn. Das eröffnende Stück ‚ Soul For Hire ‚ ist schlichte und wunderschön beschwingte Gitarren-Pop Musik aus einem verdammten Meisterwerk, welches im weiteren Verlauf das raffinierte Netz aus immer feineren Fäden spinnt und bereits mit dem dritten Stück ‚ Delay ‚ den vorläufigen Höhepunkt erklimmt. Zum dahinschmelzen sind diese schwelgerischen Harmonien, man zerfällt dem Wohlklang des Refrains und staunt über den hemmungslos emotionalen Ausdruck in der Stimme von Sängerin Lara Chedraoui. Der klangliche Sturm und Drang ist aber damit noch lange nicht vorbei. Denn auch ‚ Bruises ‚ überrascht nach der zärtlichen Streicheleinheit gegen Ende mit vielschichtigen, atmosphärisch dichten Arrangements und trotzdem treiben mich die Gedanken beständig in Richtung einer anderen Band. Sie hängen mir schon die ganze Zeit im Kopf herum, doch erst im Stück ‚ Fade Away ‚ wusste ich letztlich, an welchen Sound es mich erinnerte. Denn das Quartett aus Belgien atmet ebenso stark die perfekt ausgebildete und soulige Stimme von Chedraoui ein wie die Noisettes, es lebt durch dieses Organ, während die beigefügten Istrumentierungen keinesfalls nur das Mittel zum Zweck darstellen, sondern in umgänglicher Art und Weise die nötige Freiheit bereitstellen. Zugleich verstehen die Herrschaften aber ebenso Ihren Einsatz, wenn auftrumpfende Riffs und bösartige Basslinien gefragt sind. Man könnte es fast schon als penibel demokratisch bezeichnen. ‚ Drive ‚ eignet sich hierbei als das perfekte Beispiel für dieses begeisternde Schauspiel. Die Beschaffenheit des Untergrunds gewährleistet die Abdeckung verschiedener Geschmäcker, Altersgruppen und Ursprünge. Damit lassen sich auch manch schwächere Nummern, wie ‚ Look At Those Boys ‚ oder ‚ Queen Of The Sigh ‚, den hallverliebten Nostalgikern leichtfüßig verzeihen.