Hard-Fi – Killer Sounds

Im ersten Moment wirkt es wie ein pompöses und überhebliches Versprechen, wenn sich auf dem Plattencover unter dem Bandnamen der Titel ‚ Killer Sounds ‚ in den Vordergrund zu drängen versucht. Man könnte durchaus meinen, Hard-Fi seien abgehoben und verkünden ein sagenumwobenes Album für diesen Sommer, welches alles andere in den Schatten stellen wird. Alles was im September noch folgen mag. Und ein weiteres Indiz wären die Produzenten: Stuart Price (Madonna, Kylie, The Killers) und Greg Kurstin (Lily Allen, Britney, Ladyhawke) haben sich den neuen Songs angenommen und auch selbst einen auf dem Album beigesteuert. Doch zurück zum Albumtitel. ‚ Killer Sounds ‚ könnte also die Bedeutungen durchaus vertreten, doch sieht man die Worte von Sänger und Gitarrist Richard Archer, ändert sich die Ansicht: „In Columbia gibt es einen Typen, der macht Gitarren aus Gewehren. Er besorgt sich Kalashnikovs, und aus den Kolben fertigt er Gitarren“. Deshalb der Titel. Aha. Viel Wirbel um nichts, die Doppeldeutigkeit bleibt natürlich bestehen und in Anbetracht der Songs ist das vielleicht auch gar nicht so verkehrt. Denn „Killer Sounds“ sind es natürlich nicht geworden. Keiner der Tracks würde mich jetzt spontan auf den Boden klatschen, vielmehr enttäuscht auf den ersten Metern der vorherrschende Mangel an Erfindungsgeist. Der Opener ‚ Good For Nothing ‚ beginnt mit stabilen Beats und endet in einer aufgebauschten Hymne. ‚ Fire In The House ‚ entstand bereits 2008 und verfolgt auch einen komplett anderen Ansatz als ‚ Good For Nothing ‚. Elektronische Melodien, fließende Rhythmen und eine schwüle Nacht erwarten den Hörer in den vier Minuten, während ‚ Give It Up ‚ mit frechen Gitarren und feiner Elektronik überzeugen kann. Endlich erfüllen Hard-Fi die angrenzenden Erwartungen der bis an den Horizont erstreckenden Fangemeinschaft und kreiert eine nahtlose Mischung zwischen geloopten Alan-Lomax-Samples, pumpenden Industrial-Beats und schneidenden Riffs. ‚ Bring It On ‚ und und das The Clash beeinflusste Stück ‚ Stay Alive ‚ sind ebenfalls überzeugende Argumente gegen die erneut aufkommende Flaute, doch echte Begeisterung sieht in meinen Augen anders aus. Sie muss greifbar sein, erregend und betäubend, ich will die elektrifizierende Luft in meinen Händen spüren und alles um mich herum vergessen. Gibt es das auf der Platte zu hören? Ja! Aber nur ein einziges Mal im Stück ‚ Stop ‚. Danach folgt bewährte Kost. An orientalische Klänge versuchen sich Hard-Fi zusammen mit Medhi Haddab in ‚ Feels Good ‚ und wäre dieses Album ein Debüt, hätte man es sicherlich als einen verheißungsvollen Start gefeiert. Doch so ist ‚ Killer Sounds ‚ mehr ein sporadischer Funke, glänzt mit lyrischen Unklarheiten und bietet am Ende leider nur seltene Momente der aufblitzenden Brillanz.