Grinderman – Grinderman 2 RMX

Man könnte die neue Platte von Grinderman kurz und bündig zusammenfassen: die Kollektion von raren Remixen ist überwältigend, die Neuinterpretationen dagegen überflüssig und die Kollaborationen rund um ihr zweites Album bleiben guter Durchschnitt. Aber damit würde man Nick Cave und seinen Weggefährten ein zu schlampiges Urteil auf die Stirn brennen. Denn ‚ Grinderman 2 RMX ‚ ist ein wohl überlegtes und gut durchdachtes Gesamtwerk, dessen Deluxe Doppel-Vinyl Platte mit ‚ Super Heathen Child ‚ als Neuinterpretation beginnt und bei dem Grinderman den legendären Gitarristen Robert Fripp (King Crimson, David Bowie, Brian Eno) für sich gewinnen konnte. Doch wie bereits angesprochen, sind es die Remixe, deren Schwung eine ganz beträchtliche Abwechslung zu den Original-Tracks besteuern. ‚ Worm Tamer ‚ wurde von A Place to Bury Strangers ordentlich beschleunigt, während ‚ Bellringer Blues ‚ fast schon als gruselige Weihnachtsnummer durchgehen könnte. Nick Zinner, Gitarrist bei den Yeah Yeah Yeahs, steuerte diesen exklusiven, bisher unveröffentlichten Remix von ‚ Bellringer Blues ‚ bei und Joshua Homme (Queens of the Stone Age, Them Crooked Vultures) im Anschluss den interessanten und sehr eigenwilligen Remix von ‚ Mickey Mouse & the Goodbye Man ‚. Mein persönliches Highlight. Eine Nummer die schon im Sommer 2011 veröffentlicht wurde und dessen Single mich im Original (bis auf den Titel) überhaupt nicht überzeugen konnte. Doch in diesen Minuten wird dagegen Abhilfe geschaffen. Unkompliziert, wirkungsvoll und nachhaltig. Gelungen ist auch ‚ When My Baby Comes ‚ mit Horrors-Frontmann Faris Badwin und der Opernsängerin Rachel Zeffira. Den selben Track gibt es kurz darauf nochmals, dann allerdings im Sixtoes Remix – in orchestralischer Ausführung. Dazwischen folgt The National-Frontmann Matt Berninger mit ‚ Evil ‚ und am Ende steht die Original-Demo-Version zu ‚ First Evil ‚. Insgesamt eine exquisite Auswahl, die Grinderman hier getroffen haben. ‚ Grinderman 2 RMX ‚ übertrifft womöglich nicht die Erwartungen (aufgrund der prominenten Liste), doch speziell dem Ideenreichtum schienen hier keinerlei Grenzen gesetzt. Es ist alles vertreten, was nur irgendwie nach Musik klingt (man nehme den Andrew Weatherall Remix zu ‚ Heathen Child ‚) und kreiert daraus einen farbenfrohen Mix voller unbarmherziger Rhythmen und irren Kompositionen. Der Wahnsinn in seiner reinsten Form hat eine neue Heimat gefunden…