Gossip – Movement

Nach Ihrem bemerkenswerten Hau-Drauf-Debüt und der innigen Liebesbekundung auf der letzten EP ‚ Arkansas Heart ‚ zu Ihrem gleichnamigen U.S. Staat, folgt nun die nächste Hetzjagd durch staubtrockene Wüsten. Der rettende Niederschlag verhält sich einer Wüste typischer Weise äußerst knapp und die potentielle Verdunstung frisst sich schon sehr bald durch leergefegte Blutgefäße und hinterlässt über Orts abgestorbene Zellen zurück, die den schachtartigen Vertiefungen einiger Vulkankrater recht Nahe kommen. Aber der endgültige und dauerhafte Verlust unserer lebensnotwendigen Funktionen bleibt zum Glück erhalten, wenn gleich es eine knappe Angelegenheit werden sollte. Denn The Gossip beweisen auf der zweiten Platte ‚ Movement ‚ keinem etwas und so bleibt als einzig lehrreicher Schluss stehen: Reife, Entwicklung und ein erwachseneres Auftreten gibt es hier nicht. So einfach ist das bei dem Trio aus den Vereinigten Staaten. Wer darauf keine Lust hat, soll sich gefällst von den elf neuen Songs fernhalten, ansonsten wird die voluminöse Frontfrau Beth Ditto höchst persönlich mit einem schmalen Leder Riemen zeigen, was Sie von der Meinung anderer hält oder auch nicht. Zumindest klingen Sie nicht mehr so ungestüm wie auf ‚ That’s Not What I Heard ‚ und auch die Marke Lo-Fi findet nur noch selten in den Songs Ihre Verwendung. Doch das macht gar nichts, Beth entschädigt für alles, treibt die Band permanent vor sich her und definiert damit alles, was The Gossip in Ihren Grund-Konstruktionen ausmacht. Egal ob Ihr Sound eine experimentelle Ausweitung erfährt, rasend schnell mit feurigen Ausbrüchen in ‚ No, No, No ‚ und ‚ All My Days ‚ dahin prescht, oder gar überraschend gefühlvolle Nummern wie ‚ Dont‘ Make Waves In The Water ‚ wie kleine Oasen aus der sonst so kargen Wüstenlandschaft entspringen, die Lyrics erreichen in jedem dieser Fälle eine neue Qualität. Aber auch der bewährte Gossip Sound fliegt uns wieder um die Ohren, sei es das straffe ‚ Fire/Sign ‚ oder das kurze ‚ Lesson Learned ‚. In jedem Fall zählen diese Stücke auch diesmal wieder zu den Gewinnern. Mit einer knappen Spielzeit von 30 Minuten ersparen uns Gossip auch die ansonsten schnell aufkommende Monotonie, die möglicherweise aufgetreten wäre, hätte die Band versucht ein längeres Album zu konzipieren. Es ist schlussendlich nicht die Offenbarung geworden, aber auch kein zweites Durchschnittalbum. Vielmehr beweist das Trio, wie leistungsfähig und intensiv Songs konstruiert werden können und zudem haben sie allen Freiraum der Welt, um sich und Ihre Musik auch weiterhin in alle Richtungen neu zu definieren.