Good Shoes – No Hope No Future

Wie klingen die Good Shoes? In erster Linie natürlich typisch Englisch. Im Beigeschmack liefert uns das Quartett aus Mordon, London eine interessante Grund-Atmosphäre, die ein bisschen klingt wie der englische Brit-Pop-Sound im Jahr 2005. Ein Jahr in dem schließlich auch die letzten unter uns von der Welle umspült wurden und zaghaft einen ersten Blick auf die vielen englischen Bands riskierten. Es war Frühling, der Himmel blau und die Sonne strahlte warm und fordernd auf die letzten weißen Flecken am Boden. Was für eine schöne Zeit es doch war. Doch die Vergangenheit sollte man bekanntlich ruhen lassen. Die Good Shoes haben das auf Ihrer neuen Platte ‚ No Hope, No Future ‚ leider nicht beachtet und das es auch kein versehen ist, machen die Engländer im Albumtitel noch einmal mehr als deutlich. Ein Titel der Stillstand verspricht, eine Band ohne neue und frische Ideen präsentiert und auf dazu auf der gesamten Länge von 30 Minuten nur selten überzeugen kann. Verspricht der Opener und erste Single ‚ The Way My Heart Beats ‚ noch beste Unterhaltung und widersprüchliche Hoffnung, ist spätestens mit dem zweiten Stück ‚ Everything You Do ‚ die gute Anfangsstimmung ins trübe Meer geworfen. Wo ist nur die charmante und herzliche Art von ‚ Think Before You Speak ‚ aus dem Jahr 2006 geblieben? Eine Platte zwischen insularen Arctic Monkeys und einem dezenten Schuss Koffein der Futureheads. Es waren reizvolle und romantische Unsicherheiten die unsere Herzen umspülten. Doch ‚ No Hope, No Future ‚ ist drei Jahre älter und seitdem hat sich eine Menge verändert- musikalisch wie geopolitisch. Das Londoner Quartett glänzt dabei mit Musik aus den 2000er Jahren, während die Themen tatsächlich äußerst aktuell gehalten sind. „Time my change me“, sang Bowie, „but I can’t trace time.“ Beeindruckend ist dagegen der Schlusspunkt mit ‚ City By The Sea ‚, einer Power Ballade im anspruchsvollen UK Indie Stil. „All I want’s a little more time/ To feel your heart beat next to mine.“ Insgesamt ist die Platte düsterer als Ihr Vorgänger ausgefallen, die Luft wiegt erfrischend schwer auf dem Körper und erzeugt ein gespanntes Verhältnis in ‚ Then She Walks Away ‚: “ I know I should be the one to say those words/ Like, ‚Times change, but I want you to stay“. Doch leider befindet sich hinter den düsteren Ecken eine qualvolle Leere und so bleibt den Good Shoes die Chance verwehrt, ein weiteres Album aufzunehmen, das zwar klingen würde wie das Erste, jedoch mit einer kräftigen Portion mehr Würze. ‚ 1000 Miles An Hour ‚ fast hier fast die selben Funktionen wie ein Surf-Rock Instrumental. ‚ Under Control ‚ dagegen erinnert an Eddie Argos von Art Brut, als er von seiner Sexsucht als Ohnmacht sang. ‚ No Hope, No Future ‚ ist im Jahr 2010 somit eine feine aber bedeutungslose Beilage, die relativ schnell wieder verbraucht sein dürfte.