Get Cape. Wear Cape. Fly – Maps

Es sieht so aus, als würde auf dem neuen Plattencover von Get Cape. Wear Cape. Fly ein Mitglied von Anonymous sitzen. War die Ähnlichkeit Absicht oder nur Zufall? Es wird wohl vorerst ein Geheimnis werden und so lenken wir die Konzentration lieber zurück auf das neue Album, über das der Brite Sam Duckworth selbst sagt: „I got really into the idea of making music that wasn’t clinical. I got bored of hearing indie rock records that didn’t sound like they were made by a bunch of people having fun. I felt a lot more comfortable when I was making it. I’m 26 and I’m having a laugh!“ Deshalb verwandelte er sich vor ein paar Jahren auch in das Pseudonym Get Cape. Wear Cape. Fly und definierte sich ein eigenes Genre, weg vom Wischiwaschi-Lager und hinein zu einer ausgeprägten Post-Hardcore-Liebe. Doch auf seinem neuen Werk ‚ Maps ‚ veliert sich diese einst so innige Liebe und entdeckt plötzlich eine deutliche Verehrung zum Brit-Pop. Blur und die Super Furry Animals müssen es sein und bereits im Eröffnungsstück ‚ The Real McCoy ‚ stürmt Duckworth schnurgerade durch die Strophen. Im weiteren Verlauf wird aus dem stürmischen ‚ Daylight Robbery ‚ eine verdunkelte Irrfahrt und zugleich eine Überwindung bekannter Grenzen. So ist ‚ Call Of Duty ‚ eine kurze und blubbernde Nummer, während aus ‚ The Joy Of Stress ‚ eine Klavier-betonte Ballade geworden ist. Im zweiten Teil von ‚ Maps ‚ wird es allerdings ein wenig ideenlos. Was bleibt sind sorgfältig arrangierte Songs, die mit Ihren kleinen elektronischen Berührungen für eine gewisse Unbekümmertheit sorgen. Sam Duckworth bleibt dennoch ein sehr geschätzter Vertreter seiner Kunst, nicht nur wegen seinen zahlreichen Projekten – derzeit arbeitet er mit Anti-Flag Sänger Justin Sane an der Band Italia 90 – sondern auch weil er den Mut und die Begeisterung aufbringen kann, sich beständig an neuen Dingen zu versuchen.