Frances Quinlan – Likewise

Quinlan’s Debüt-Solo-Veröffentlichung unter eigenem Namen erzielt etwas ganz Besonderes. Im Gegensatz zu einem Großteil der Diskographie von Hop Along wird hier meistens in Dur-Tonarten gearbeitet. Die von Quinlan zusammen mit Hop Along-Bandkollege Joe Reinhart gestaltete Klanglandschaft ist lebendig, hell und verwendet Synthesizer, Digital-Drums, Harfen, Streicher und Keyboards. Momente der Verzweiflung werden durch enge, optimistische Motive, die auf der Platte verstreut sind, wunderbar ausbalanciert. Beweise wie die Tatsache, dass Hop Along selbst als Solo-Projekt konzipiert wurde, sind Queen Ansleis und Quinlan’s regelmäßige Solo-Auftritte im Laufe der Jahre zu Schlüsselelementen dieser Wahrnehmung geworden. Es war jedoch ihr überragender und unvergleichlicher Gesang in Hop Along´s Platten, der diese Sichtweise noch weiter verstärkte, was zweifellos unfair gegenüber ihren Bandkollegen ist. 

All dies bedeutet, dass ihre Entscheidung, ihren tatsächlichen Namen einer Veröffentlichung zuzuweisen, Fragen aufwirft, inwieweit sich eine Differenzierung ergeben würde und ob dieser jüngste Vorstoß gerechtfertigt ist. Wie sich herausstellt, befindet sich „Likewise“ in der Nähe des Hop Along-Archivs und behält die gottgegebene Stimme bei, obwohl es in ihren Songs eine größere Auswahl an Klängen und Freiheiten gibt, die wir noch nicht von Quinlan gewohnt sind. Sie ist eine bemerkenswerte und intime Geschichtenerzählerin, die uns in ihre wilden, unvorhersehbaren Erzählungen hineinzieht und selbst die gewöhnlichsten Details beleuchtet. Ähnlich wie die Botschaft des Albums, dass nach außen schaut, um andere zu verstehen, hat sie keine Angst, sich dem Neuen zu nähern. 

Das Ergebnis entfernt sich vom Gitarren-geführten Indie-Rock von Hop Along, auch durch die Zusammenarbeit mit Bandkollegen Joe Reinhart, um von der Akustik zum völlig Unerwarteten zu springen. „Likewise“ zeigt diese Gegenüberstellung von Anfang an, angefangen beim vergleichsweise abgespeckten „Piltdown Man“ bis hin zum flotten „Your Reply“. Alles wird mühelos von Frances’ unverwechselbarem und packendem Gesang zusammengeführt. „Rare Thing“ ist ein honigsüßes und weiches Rock-Stück, das für eine leichthändige Rock-Combo, Synthesizer und eine Harfe von Mary Lattimore arrangiert wurde. Und so ist „Likewise“ der endgültige Beweis dafür, dass Quinlan mit oder ohne eine Band – allein durch Ihre Stimme – sich niemals in der großen Menge verlieren wird.