Forever The Sickest Kids – The Weekend: Friday

Manchmal kann einem der Absturz schneller ereilen, als man es je für möglich gehalten hätte. Wir erinnern uns zurück an die Pressemitteilungen im Jahr 2007 in denen stand: Forever The Sickest Kids gehören zu den heißesten Anwärtern um Ihren Underground-Ambitionen zu entspringen und den Erfolg auf ganzer Welt an sich zu reißen. 228 Bands wurden in der Musikzeitschrift „Alternative Press“ aufgeführt und in der aufgestellten Liste „22 Best Underground Bands (That Likely Won’t Stay Underground For Long“ standen Forever The Sickest Kids auf Platz 1 der Charts. Was kann da also noch großartig in die Hosen gehen? Die anschließende EP ‚ Television Off, Party On ‚ im Juli 2007 hielt tatsächlich die hohen Erwartungen ein und fand Ihre Vorrausetzung in dem ersten Langspieler ‚ Underdog Alma Mater ‚ im April 2008. Hier bröckelte schon so ein bisschen die strahlende Fassade der gut gekleideten Teenager aus Dallas, Texas. Dennoch konnte man hier von einem schlagfertigen Pop-Punk sprechen, der es verstand sich weiterhin zu entwickeln, den Menschen im Gedächtnis zu bleiben, aber zugleich war die Platte vollgestopft mit sämtlichen Klischees und Erfolgs-bringenden Standard-Formeln. Schlussendlich erfüllte Sie Ihren Zweck und verdiente es zumindest, einmal in voller Länge gehört zu werden. Immer auf einen Sprung dabei: Die elektronischen Drum-Beats, die auch auf Ihrem neuesten Werk ‚ The Weekend: Friday ‚ selbstverständlich nicht fehlen dürfen und ein kurzes Lebenszeichen auf ‚ Tough Love ‚ von sich geben. Die Themen sind klar und handeln dementsprechend über die Liebe, Beziehungen, Parties, Kummer, Trennungen und über alles was sonst noch dazu gehört. Die Songs bauen sich klassisch auf, beginnen mit den Strophen, geben an die stets eingängigen Refrains ab und sammeln sich im Laufe der Spielzeit in kurzen Überbrückungen. Beginnt der Opener noch recht verheißungsvoll mit schnellen Gitarren-Riffs und einer anständigen Melodie, stellt man sich rasch die Frage, was denn Bitteschön die restlichen Tracks beim Hörer bewirken sollen? „Na na na na na na na na…“ singen Sie in ‚ She Likes (Bittersweet Love) ‚ in knappen drei Minuten und orientieren sich dabei fast vollständig in Richtung Angels & Airwaves, New Found Glory oder auch Sum 41. Es ist zugleich der perfekte Soundtrack für triefende Disney-Teenie-Produktionen mit einem unweigerlichen Happy End. Ein süßes aber schüchternes Mädchen sucht die große Liebe in Ihrem Schwarm, dem jungen und äußerst gutaussehenden Sänger einer aufstrebenden Rockband. Er könnte Sie alle haben, verliebt sich aber schlussendlich nach gefühlten zwei Stunden und einem aufschlussreichen Schlüssel-Erlebnis unweigerlich in Sie und wie sich später noch herausstellen sollte, war Ihr größter Traum schon immer in einer Band spielen zu dürfen. Vielleicht müsste man dazu nochmal jung und unbefangen sein, aber sind wir mal ehrlich: Wer will dann einen Song hören, der klingt wie der abschließende Track ‚ Hawkbot ‚ ? Grausam. Erschreckend frei von jeglichen Melodien, Sinn und Zweck. Stotterndes Vocal Editing: ch-ch-ch-check, uneingeschränkte Nutzung sämtlicher gängigen Füllwörter und hohe Autotunes mit ständiger Erinnerung an Namen und Rapper zerstören das Feeling des perfekten Happy Ends auf das Brutalste. So wird es definitiv nichts mit weiteren Eroberungen hoffnungsvoller Teenie-Herzen, meine Herren.