Foo Fighters – Wasting Light

Die Foo Fighters sind zurück. Dave Grohl hat das Mikrophon wieder in seine Hände genommen. Die Wartezeit der Fans hat ein Ende. Ich hatte nun bereits das Vergnügen die neue Platte ‚ Wasting Light ‚ zu hören und möchte klassisch mit dem Opener beginnen: denn subjektiv gesehen gelingt den Foo Fighters in ‚ Brige Is Burning ‚ der Spagat zwischen Alternative Rock und der kommerziellen Rock Musik am Besten. Es werden die Konturen verwischt, die Genres zusammengeschoben, das Verhältnis zueinander perfekt abgestimmt und überhaupt, es spielt keine Rolle mehr was man sich gerade für Musik reinzieht. Dave Grohl überzeugt wieder einmal mit seiner unwiderstehlichen Selbstsicherheit, öffnet im Refrain sogar ein wenig die Tür zu den Queens of The Stone Age – und als wir gerade selbst einen Blick über die Schulter durch den Spalt erhaschen, schlägt uns etwas kräftiges von Hinten in den Rücken, der Schädel kracht gegen die Tür, wir taummeln, fallen und sehen durch einen verschwommenen Blick auf das zweite Stück ‚ Rope ‚. Tatsächlich entzweien sich die ziehenden Schlüsse nach Ende der ersten Single in zwei deutliche Hälften. Die hackenden Riffs stehen für die individuelle Eigenständigkeit von Dave Grohl. Doch leider umfasst die Person um Grohl auch das Merkmal so manchen Refrain, wie eben in ‚ Rope ‚, auf eine polierte und glänzende Fläche zu reduzieren. Was bleibt ist eine sichere Angelenheit, die der Mann aus Warren, Ohio, nur zu gerne in seine Singles einfließen lässt. War es ein sichere Kalkül, weil man die Radiotauglichkeit nicht überstrapazieren wollte? Es scheint so. Zugleich erinnere mich bei dieser Gelegenheit an die Aussage des Sängers, der meinte: „Ich liebe ruhige Musik und könnte den ganzen Tag wunderbare verträumte Balladen schreiben. Aber das ist keine Herausforderung. Ich weiß nicht, ob ich in ein paar Jahren noch in der Lage bin, ein richtig hartes Album zu machen. Insofern habe ich mir gedacht, dass dies meine letzte Chance sei. Und die habe ich genutzt.“ Ein leichter Zweifel drängt sich auf, denn auch ‚ Dear Rosemary ‚ ist keine Herausforderung für die Foo Fighters, schlängelt sich durch müde Refrains und der ansonsten sitzende Refrain lässt die Spritzigkeit vermissen. Pubertierende Jugendliche mögen hier voll in Ihrem Element aufgehen, der Rest darf sich auf ‚ White Limo ‚ freuen. Ein Track der bereits im Vorfeld für Aufsehen sorgte. Der Protagonist im dazugehörigen Videoclip? Niemand geringeres als der „100% Nuschelfaktor“ himself: Lemmy Kilmister von Motörhead. Er singt dort zwar nicht, doch auch der schreiende Ansatz von Frontmann Dave Grohl – ehemals Schlagzeuger von Nirvana, ehemals Schlagzeuger bei den Queens Of The Stone Age und aktuelles Mitglied bei Them Crooked Vultures – ist definitiv nicht zu überhören. Und endlich fließt das Blut wieder in doppelter Geschwindigkeit durch die Adern. In seiner Gesamtheit spricht es die typische Sprache der Foo Fighters und erinnert mit den aggressiven Ausbrüchen an ‚ FFL ‚, ein Stück auf der B-Seite von ‚ Best Of You ‚ aus dem Jahre 2005. Seitdem sind knappe 6 Jahre vergangen und was soll man sagen, Dave Grohl scheint an dieser Stelle nichts an Spritzigkeit verloren zu haben. Über den Sinn oder Unsinn des Track darf natürlich gestritten werden. Dennoch schaffen es nicht viele Bands, ein humoristisches Video in Kombination mit den harten Klängen des Rocks, so in Einklang zu bringen. Es geht in ‚ Arlandria ‚ mit den klassischen Elementen der Foo Fighters weiter und bei ‚ These Days ‚ hat dann doch noch eine Rock-Ballade in das Repertoire von ‚ Wasting Light ‚ Einzug gehalten. ‚ A Matter Of Time ‚ ist dann leider zwei Spuren zu platt und oberflächlich, als das es tatsächlich über die 4:40 Minuten Spielzeit begeistern könnte. Und auch der zweiten Ballade ‚ I Should Have Know ‚ fehlt schlussendlich der entscheidende Funke. ‚ Walk ‚ ist der abschließende Track und ohne große Erwartungen die ich hatte, haben mich die Foo Fighters dementsprechend nicht enttäuscht. Es plätschert ohne große Aufregungen dahin, erfreut uns am Meisten zu Beginn der Platte und lässt schlussendlich doch eine gewisse Klasse fehlen: Man hätte sich Songs wie ‚ All My Life ‚, ‚ Times Like These ‚ oder ‚ Best Of You ‚ gewünscht. Da wird mir niemand wiedersprechen. Das gibt es auf ‚ Wasting Light ‚ dieses Mal nicht und auch einzelne Songpassagen wollten mir dieses Mal nichtt im Gedächtnis bleiben. ‚ White Limo ‚ ist der Aufhänger wenn man so will, und der Opener der Einblick dessen, wozu die Gruppe aus den Staaten noch fähig ist zu leisten. Aber wie man erkennen muss, reicht das bei Weitem nicht mehr über die komplette Länge eines Albums.