Föllakzoid – I

Blickt man auf die letzten Veröffentlichungen von Föllakzoid, dann lassen sich darin Wiederholungen und Zyklen erkennen. Eigenschaften, die Föllakzoid mit kosmisch veranlagten Bands wie Neu!, Can und Faust teilten. Auf dem neuen Werk „I“ hören wir dagegen eher ein klangliches Experiment und weniger die bloße Fortsetzung von Föllakzoid’s seliger Einstellung zu Psychedelia. Seit ihrem Debüt vor über einem Jahrzehnt sind Föllakzoid mit einer dekonstruktiven Haltung an ihr wachsendes Portfolio herangegangen. Sie bewegen sich konsequent gegen die Neigung, ihren Sound aufzubauen, und reduzieren Sie ihn vielmehr auf seine Einzelteile.

 

Die vier Stücke, die wenig einfallsreich mit ‘I’, ‘II’, ‘III’ und ‚IIII’ betitelt wurden, verschmelzen als ganzes zu einer Einheit, was die einzelnen Kompositionen wiederum je nach Stimmung entweder sanft oder ausdrucksvoll homogen ausfallen lässt. Die Ergebnisse haben überwiegend mit minimalem Techno zu tun, weniger mit psychedelischem Rock, mit zentralen pulsierenden Rhythmen und einer konstanten, sich ständig verändernden Reihe an schrägen Effekten. Der Melodie steht hier nicht viel im Wege, und es gibt auch keine Texte, obwohl es Momente gibt, in denen seltsame, verstümmelte Stimmen auftauchen. Präzision scheint hier eine Priorität zu sein.

Die kürzeren Tracks sind diejenigen mit den stärkeren Beats, mit schnell mutierenden Effekten, die unseren Geist verändern. „III“ ist das am wenigsten rhythmische Stück. Schmidt arrangiert die Gitarren für einige Minuten zu langsam und setzt die Geduld einiger Zuhörer auf die Probe. Generell sind strukturelle Unterschiede schwer auszumachen, handelt es sich bei dem Album doch im Wesentlichen um Variationen derselben Idee. Es ist diese Gegenüberstellung zwischen der losen Struktur und dem Fokus der Songs, die ein wenig irritiert und dem Ethos der Band von Exploration und Expansivität widerspricht. 

Dieses Album ist wirklich nur für Menschen geeignet, die sich trotz der schnelllebigen Zeit noch zurücklehnen, sich verlieren, sich fallen und letztlich darin versinken können.