Fergus & Geronimo – Funky Was The State Of Affairs

Einfach mal dagegen sein. Die beschissene Angepasstheit zu ignorieren und sich einmal nicht darüber aufregen. ‚ Planet Earth is Pregnant for the 5th Time ‚ heißt das Eröffnungsstück aus dem zweiten Album ‚ Funky Was the State of Affairs ‚ von Fergus & Geronimo und ist das musikalische Begleitstück für Einzelgänger auf Reisen. Meine Freiheit würde ich gegen nichts und niemanden auf diesen verdammten Planeten eintauschen. Ich möchte in jedem Moment selbst entscheiden, was ich mache und wohin diese Reise gehen soll. Egoismus? Nicht wirklich. Niemand wird gezwungen daran teilzunehmen. Ebenso ergeht es einem mit Fergus & Geronimo. Man ist in diesen Minuten der neuen Platte stiller Bewunderer. Wenn ‚ No Parties ‚ mit aufpeitschender Aggressionslosigkeit gegen den Verzicht der Fleischeslust rebelliert. Wenn ‚ The Strange One Speaketh / Roman Tick ‚ als intergalaktische Kontaktanzeige beginnt, „Hi, I’m Heather Strange, and I’m a 23-year-old human earthling female”, und plötzlich in einen rotierenden Gitarren-Riff-Strudel geschmissen wird. Der Magen dreht sich, die Sinne hüpfen unkontrolliert gegen die inneren Augäpfel und Fergus & Geronimo – die knallen mit ‚ My Phone’s Been Tapped, Baby ‚ einen weiteren total sinnlosen Snippet ein und foltern das Tanzbein im nächsten Moment zu ‚ Roman Nvmerals Wiretapping Muzak I ‚ in absoluter Unberechenbarkeit. Zum Beispiel durchbohren zur Mitte des Songs hochtönende Saxophon-Klänge die Gehörgänge auf übelste Art und Weise. Was folgt danach? Es bluten die Ohren und zu entspannter Kaufhausmusik erscheinen die Putzkolonnen und wischen die Sauerei zu den letzten Takten der Musik mit Ihren schmutzigen Putzlappen auf. So einfach. Zum Glück bestreitet man die Reise alleine. Mit ‚ Earthling Men ‚ bricht dann erneut der scharfzüngige Angriff auf die Trommelfelle ein. Der Krautrock-Rhythmus zwischen dystopischen Klangwelten und improvisatorischen Fähigkeiten. Für ‚ Earthling Women ‚ muss wohl der Griff zur Tüte erfolgt sein. Aber so ist das eben mit Fergus und Geronimo. Erde, Mond, Sterne – Dunkelheit und Licht, im Anschluss wieder eine derart griffige Gitarren-Nummer, man kann sich nur noch die verbliebenen Haare vom Kopf rupfen. Eingängigkeit ohne Ende, statische Rhythmen und ein klares Gefüge sorgen einmal mehr für ungläubiges Staunen. ‚ Funky Was the State of Affairs ‚ ist das Werk selbsterklärender Evolutionäre, wenn gegensätzliche Kräfte mit aller Gewalt der menschlichen Vorstellungskraft aufeinander prallen. Was danach übrig bleibt heißt Fergus & Geronimo. „The tightness that can only come from recording with a live core,” as “musicianship is extremely important to Jason and I…” Ja es ist eine Reise die alleine bewältigt werden muss. Aber diese Freiheit muss man sich für dieses zweite Werk unbedingt einräumen. Ansonsten wird man es nicht mal bis zur tatsächlichen Vernichtung der Menschheit durch die äußerst seltenastronomische Konstellation am 22.12.2012 mehr schaffen………..