Father John Misty – I Love You, Honeybear

Father John Misty ist Josh Tillman, ehemaliger Schlagzeuger der Fleet Foxes, der sein neues Projekt vor einigen Jahren startete und schon nach kurzer Zeit mit überraschender Tiefe, Reichweite und Erfolg seine Ex-Band hinter sich lassen konnte. Auf seinem zweiten Album ‚ I Love You, Honeybear ‚ fühlt man sich bereits nach den ersten Minuten in die Solo-Ära eines John Lennon, Scott Walker, Randy Newman, Harry Nilsson und Dory Previn zurückversetzt. Inspiriert durch das Leben und die Liebe mit seiner Frau Emma, durch die Art und Weise wie er seine Selbstverliebtheit vergoss und letztlich lernte, Liebe zu akzeptieren, ist ‚ I Love You, Honeybear ‚ die Abhandlung eines sentimentalen Menschen in einer zunehmend nichtssagenden Welt. Es ist ein wunderschönes Album geworden. Voll von reiner Schönheit und unverfälschten Emotionen. Die Texte sind brillant und subtil. „I brought my mother’s depression, you’ve got your father’s scorn and wayward aunt’s schizophrenia… don’t give in to despair, cuz I love you, Honeybear.“ Auszüge aus dem Titelsong. Hinzugefügt werden meist nur akustische Gitarrenriffs und ruhige Pianoklänge, während aus dem Hintergrund üppige Streicher-Arrangements und bestens in Szene gesetzte Backing-Vocals ertönen. Neben Phil Ek saß auch der großartige Jonathan Wilson auf dem Produzentenstuhl und verhalf dem Album dem typischen Sound von Father John Misty. ‚ True Affection ‚ ist ein echtes Highlight, es gibt darin reichlich Zucker und ist eine tolle elektronische R&B Nummer mit Drum-Machine-Soli. Trotz der Genrewandlung passt es irgendwie in die seltsame Welt des Josh Tillman. Man darf ‚ I Love You,Honeybear ‚ als Konzeptalbum sehen, welches fortschreitend, manchmal chronologisch, manchmal nicht, zwischen zwei Polaritäten wechselt. „I won’t give away the ending, but sex, violence, profanity and excavations of the male psyche abound.” Es gibt dazwischen viel Platz für all seine Karikaturen und Witze, doch gründen sich diese auf tiefe Wahrheiten, konfrontieren sich mit der eigenen Unsicherheit und dem sehnlichsten Wunsch, Trost und Liebe in der Zuneigung eines anderen Menschen zu finden. Im März besucht der US-Amerikaner Deutschland und wird zwei Konzerte in Berlin und Hamburg zusammen mit seiner siebenköpfigen Band spielen. Ein einmaliges Erlebnis.

8.1