Fanfarlo – Rooms Filled With Light

Fanfarlo bleiben Ihrem Erfolg auch mit der neuen Platte ‚ Rooms Filled With Light ‚ treu. ‚ Replicate ‚ verschlägt den Hörer in eine synthetische Atmosphäre und lässt einen gewaltigen Appetit im Magen auf bombastischen Barock-Rock entstehen. Man benötigt bei diesem Stück wahrlich keine Übertreibungen. Es ist selbsterklärend und ähnlich verhält es sich mit dem zweiten Song ‚ Deconstruction ‚. Der Raum füllt sich mit Licht, Streicher-Arrangements schieben sich in den hellen Kegel eines mitreißenden Epos, der zwar einige Zugeständnisse an die Pop-Musik machen muss, doch genügend Unmittelbarkeiten enthält, um den traditionellen Instrumentierungen einen geradezu verschwenderischen Noir-Pop anzuheften. ‚ Lenslife ‚ spielt in schwindelerregenden Höhen, schlägt euphorische Wellen im Refrain und klingt nebenbei wie ein Song von den Maccabees. Übernommen wurden die Songwriting-Elemente aus ‚ Reservoir ‚, ebenso die Pop-Sensibilitäten – und eingeschnürt im besinnlich, subtilen Gesang von Simon Balthazar. Fanfarlo haben sich hier viele sinnvolle Gedanken durch die Köpfe gehen lassen. Die Texte erzählen über das Chaos und über das Unwohlsein in der modernen Welt. Natürlich ebenfalls mit dabei: der geliebte schwarze Humor. ‚ Shiny Things ‚ erklärt im Falle, dass die Menschheit aussterben sollte, „we’ll be preserved on a shelf somewhere/Give us mirrors for company“. Das nächste Stück ‚ Tunguska ‚ überzeugt besonders mit unwiderstehlicher Romantik und einer Liebesgeschichte, die wohl auch bei so manchen Festivalbesuchern im Sommer für wärmende Momente sorgen wird. Produziert wurde die Platte mit Ben Allen (Animal Collective, Deerhunter) und müsste man einen Kritikpunkt finden – es wäre der Abschluss. Wurde man auf ‚ Reservoir ‚ noch mit einem charmanten und geisterhaft instrumentalen Track zu Bette getragen, endet ‚ Rooms Filled With Light ‚ mit einem ziemlich schlampigen und überflüssigen Geklimper. Aber davon abgesehen, bleibt auch diese Platte eine liebevolle Umarmung. Sie verdient Aufmerksamkeit und belohnt diese mit Witz, Charme, betörenden Klängen und amüsanten Erzählungen über abstrakte Erfahrungen.