Emma-Jean Thackray – Um Yang 음 양

EMMA-JEAN THACKRAY vereint auf UM YANG taoistische Ideale mit einer funkelnden Mischung aus Jazz, elektronischer Musik und experimentellen Verzierungen.

Seit sie zum ersten Mal „Sketches of Spain“ aufgenommen hat, die Miles Davis-Platte, die ihre Wahrnehmung von Musik für immer verändern würde, wusste Emma-Jean Thackray, dass sie unweigerlich hier landen würde, Platten auf ihrem eigenen Label zu veröffentlichen und von dort aus einzigartige Musik zu erschaffen. Thackray wurde in Leeds geboren und spielte während ihrer Kindheit in mehreren Blaskapellen. Sie war Teil des Yorkshire Blasorchesters, spielte in Symphonieorchestern, Big Bands und “playing funk with my friends at school.” Thackray tauchte kopfüber in die Musik ein, um zu entkommen. 

 

“It taught me about how important music is for people, especially where I grew up where there’s fuck all to do. That’s how a lot of working-class communities educate the kids around there. It’s like a youth club.”

Das neue Projekt „Um Yang“ ist eine tief empfundene Erkenntnis davon und zeichnet die taoistische Philosophie der Dualität und Harmonie nach. „Um“ und „Yang“ sind in Korea Gegensätze, und Thackray entschlüsselt diese Konzepte in einer großen Gruppe, unter anderem mit Soweto Kinch und Steam Down’s Wonky Logic. Als volles Septett arbeitete die Gruppe im Vintage-Tonstudio von Artone in der niederländischen Stadt Haarlem. “Recording in (Artone) was such a dream,” so Thackray. 

 

“It had all the fantasy analogue equipment you daydream about one day being able to use. The desk looked like something Uhura would use. All the instruments were natural, woods and metals, no plastic in sight, and everything was to be hit or blown, all analogue. I really needed everything to be natural and real, because the music is about the universe, about the energy of all things, and what is more real than that.”

Bisher war alles, was Thackray veröffentlicht hat, abenteuerlich und aufregend. Ihre Musik, die Elektronik, freie Improvisationen mit Rhythmus und Viszeralismus verbindet, ist ein weiterer Schritt nach vorne. Die EP ist eine zweigleisige Angelegenheit mit einer Laufzeit von 19 Minuten. „Um Yang“ ist die koreanische Version des chinesischen taoistischen Yin Yang, und die beiden Songs sind auf dieser Basis strukturiert und wirken effektiv als Spiegelbilder voneinander. Das etwas längere „Um“ beginnt wie ein Out-Take von Davis’ „In A Silent Way“ von 1969, bevor es sich in einen hinreißenden Schlagzeug- und Percussion-Rhythmus verwandelt, der von einst bis ins heutige Jahr reicht. 

 

„Yang“ beginnt mit 30 Sekunden Lärm, den der Saxophonist Albert Ayler und der Trompeter Donald Ayler Anfang der 1960er Jahre für ESP erzeugt haben könnten. Kinch führt das Ensemble erneut an, diesmal jedoch in die entgegengesetzte Richtung, zu einem friedlichen Abschluss. Das Ergebnis ist eine gewichtige Aufnahme, die mit der knisternden Energie des Live-Spielens zum Leben erweckt wird.