Eels – The Cautionary Tales Of Mark Oliver Everett

Beim neuen Album von Eels aka Mark Oliver Everett aka “E” ist sich die Musikwelt nicht sonderlich einig. Von ausgzeichnet bis befriedigend ist jede Meinung vertreten. Aber irgendwie auch verständlich, nach dem letztjährigen – ganz ungewöhnlich optimistischen – Album ‚ Wonderful, Glorious ‚ ist das neue Werk ‚ The Cautionary Tales… ‚ mehr der Schritt zurück. Everett blickt auf vertrauten Boden, komponierte dreizehn intime Songs voller Intensität über verlorende Liebe, Schuldzuweisungen, Bedauern und Gewissenserforschung. Man muss über diese neue Tatsache nicht enttäuscht sein, denn seine Musik macht trotz der eher schwermütigen Themen richtig gute Laune. Die ruhigen Orchestrierungen im Austausch gegen die Neo-Hard-Rock-Klänge aus seinem Vorgänger beruhigen, geleiten uns in bodenständiges Denken, reduzieren unsere Wünsche auf die alltäglichen Bedürfnisse nach Glück und Gesundheit, lassen materielle Konsumgüter als graue Nebelwolke am Horizont verpuffen und einzig das wunderschöne und zugleich wehmütige ‚ Where I’m From ‚ nimmt während den vierzig Minuten ein wenig an Fahrt auf. „Everyone knows that if you want to write something convincing, you write about what you know“ so E: „and what I know best are my experiences. I’m so lucky in so many ways, but it hasn’t been easy. I may as well have been raised by wolves. I’ve had to figure everything out the hard way, through trial and error. I grew up very fast in some ways, and very slow in others. These are some of the trials and errors.“ Einer der herausragenden Tracks ist ‚ Parallels ‚ und kratzt nebenbei auch ganz erheblich an der ansonsten hier fein säuberlich aufgeschichteten Konfortzone. Er ist darin auf der Suche nach den großen und kleinen Antworten, auf der Spur seines Vater. Er sucht dabei nach Liebe und Wahrheit, Liebe und Logik mit solch roher Einfachheit (“I know you’re out there somewhere, and I know that you are well”.) – es packt einen selbst der Eifer diesen Track immer und immer wieder zu wiederholen. Andere Songs wie ‚ Dead Reckoning ‚ besitzen dagegen einen Grabesgesang, der wie Morast nur schwer abwaschbar scheint. „She’s got a real big heart, and I’ve got to win it back.” singt Eels in ‚ Kindred Spirit ‚. Ja ähnlich wie das letzte Album von Beck, ist auch hier die Produktion gedämpft, spärlich und sanft melodisch ausgefallen. Ein perfektes Album für die ruhigen Tage und für alle anderen, die es noch werden sollen.