DZ Deathrays – Ruined My Life

Ja was ist denn das? Hier rumpelt es plötzlich ganz außerordentlich durch die verstaubten Boxen. Doch neben der Musik weht auch der trügerische Schwall von Lobeshymnen und Hype-Gerufen durch die Lüfte. Weshalb und warum möchte man sich fragen, doch die DZ Deathrays übernehmen relativ flott und kompromisslos die Gedanken und stürmen mit Ihrem Opener ‚ Blue Blood ‚ durch abgehackte Rhythmen, schräge Gesänge und verstimmte Gitarren. Nahtlos die Übergänge zwischen Strophe und Refrain, Shane Parsons und Simon Ridley haben hier wahrlich sehr überzeugende Arbeit geleistet! Die Herrschaften aus Brisbane kennen keinen Respekt gegenüber geordneter Rhythmen und spielen was Ihnen gerade durch die Adern fließt. Ein schwimmendes Konzept, welches bereits im zweiten Stück ‚ Licking Knives ‚ nicht mehr so zwingend aufgehen mag. Doch aufgemerkt: Wir befinden uns hier in luftigen Höhen und schreiben Kritik auf hohem Niveau. Aber lassen wir auch mal einen Mark Ronson zu Wort kommen, der folgendes über das Duo aus Brisbane zu erzählen hat:“I listened to DZ, who I loved. This kind of hardcore band… and they have brilliant videos and songs and a great sense of humour and style.“ Eines dieser Videos könnt Ihr übrigens weiter unten ansehen. ‚ Rad Solar ‚ ist leider nur die B-Seite geworden, gehört für mich aber neben ‚ Blue Blood ‚ zu den besten Tracks, die bisher von den DZ Deathrays aufgenommen wurden. ‚ The Mess Up ‚ beginnt ausgesprochen lässig, um nicht zu sagen – ultracool. Abgenudelt wälzen sich die Riffs auf der zerfledderten Couch, beständig auf der Suche nach dem letzten Bier. Aber wie es scheint war gegen Ende keines mehr zu finden. Die Gitarren brechen aus und mit Wut im Bauch funktionieren dann auch die Strukturen nicht mehr so ganz einwandfrei. ‚ Teeth ‚ klingt wie eine hypernervöse Liars Nummer mit dem Unterschied, dass hier mit dem Schlagzeug wesentlich mehr Druck erzeugt wird. Und fast schon mit einem schmunzeln im Gesicht darf man sich gegen Ende des Tracks anhören, wie die DZ Deathrays mit fokussierten Blick einen strukturierten Neuaufbau beginnen. Ein würdiges Ende bietet uns ‚ Ruined My Life ‚ mit seinem abschließenden Track ‚ Gebbie St. ‚, der wohl nicht ohne Grunde den Queensland Music Prize in der Kategorie „Best Rock Song“ einsacken durfte. Das gute Stück gibt es übrigens ebenfalls untenstehend als kostenlosen Download und wer davon noch immer nicht genug haben sollte und dazu in Hamburg oder Berlin wohnt, dem seien die kommenden Konzerte empfohlen. Als kleiner Tip: Unbedingt ein zweites T-Shirt einpacken!