Die Supersieger – Der Tag, an dem der Haushaltsroboter mein 200qm-Loft in Brand gesetzt hat

Der Tag an dem der Haushaltsroboter mein 200qm Loft in Brand gesetzt hat. Wer kennt das nicht. Nur hat sich bis zum heutigen Tage niemand daran gemacht, dieses Erlebnis einfach einmal von Anfang bis Ende aufzuschreiben. Aber glücklicherweise haben sich dafür jetzt echte Supersieger gefunden, die Ihre neue Platte dazu mal eben in ein Konzept-Album verwandeln und darin in zwölf leichten Geschichten über Sinn und Unsinn, über Wahrheiten und Erfindungen singen. Hinter den Supersiegern stehen Dominik Schauer und Christian Schnitter die – ich konnte es kaum glauben – doch tatsächlich Ihre Platte ab Juni 2012 in meinen beschauchlichen Städtchen Traunstein (nahe den bayerischen Alpen) aufgenommen haben. Kann die Welt noch kleiner sein? Definitiv nicht. Aber zurück zum Wesentlichen, denn während diesen Zeilen sitzen wir plötzlich in einer blubbernden Synthie-Pop Badewanne, knallbunter Schaum und Wasser einen Meter hoch umschmeicheln den eigenen mechanischen Luxuskörper. Ein rießen Spaß ist das mit den Supersiegern – die selbst keine Langeweile auf Ihrer neuen Platte kennen. Im nächsten Stück ‚ Wie einst Heinz Erhardt ‚ treiben die Beiden Ihren Song gnadenlos nach vorne und setzen im folgenden noch einen drauf. Denn ‚ Hummeln Im Arsch ‚ scheucht den Hörer jetzt erst recht mit seinen aufgeplusterten Trommeln und den hyperaktiven Synthies durch die zick-zack springenden Strophen, während die unbändige Energie einfach nicht zu versiegen scheint. Mein persönlicher Höhepunkt folgt dann mit dem Stück ‚ Ich hab geweint ‚ und den ersten weitläufigen Ausschweifungen, dazu wunderschöne Gitarrenläufe und präzise gesetzte Arrangements inmitten einer leicht verträumten und melancholischen Grundstimmung. Angriffslustig werden die Supersieger in ‚ Yeehaw! (Die Wut) ‚ und zeigen darin zugleich Ihre Qualitäten in der Tempoverlagerung, die Gitarren übernehmen den Rhythmus, fordern strikte Aufmerksamkeit und sorgen zugleich für einen nachhaltigen Eindruck, den ich mir gleich noch ein zweites und drittes Mal gönnen musste, bevor dann die Reise durch die große Liebeserklärung an all das, was man mit deutscher Pop-Lyrik so schön sagen kann, weitergehen durfte. Der Wiedererkennungswert der Supersieger ist ohne Zweifel reichhaltig in die zwölf Songs gestreut worden und bitte kommt mir jetzt am Ende nicht mit einem Sportfreunde Stiller Vergleich. Der verbietet sich hier. Die Instrumentierungen befinden sich nämlich durchgehend auf einem hohem Niveau und so verdüsen sich die Supersieger dann im abschließenden Stück ‚ Darf ich bitten ‚ aus unseren Gehörgängen – jetzt ohne eigene Bude, dafür noch immer mit einem eigenen unglücksbringenden Haushaltsroboter. Aber wenn schon vor abgebrannten Wänden stehen, dann bitte schön mit Stil…