Depeche Mode – Sounds Of The Universe

Der Zyklus an Neuerscheinungen von Depeche Mode kommt in die Tage, wie die drei Herren Dave Gahan, Andrew Fletcher und Martin Gore selber. Die Abstände der letzten drei Platten betragen stolze vier Jahre und wer meint, dadurch würden die Langspieler besser werden, dem muss leider gesagt werden hier falsch zu liegen. Depeche Mode halten vielmehr Ihre Qualitäten, die Sie einst berühmt gemacht haben, und mischen wie auf jedem neuen Album die selben staubigen Zutaten darunter. Was bleibt sind markante Songs und Dave Gahan´s unverwechselbare Stimme, die den Songs aber nicht die erhofften Überraschungen bescheren können. So bleibt auch im knapp dreißigsten Jahr Bandgeschichte alles beim Alten und sind wir mal ehrlich, nach so vielen Jahren, unglaublich vielen Auszeichnungen und einem dicken Bankkonto – wer würde hier Lust verspüren, sich noch einmal neu erfinden zu wollen? Depeche Mode halten es wie die meisten Alt-Herren-Bands und berufen sich auf das, was Sie nun mal am Besten können. Sie bleiben bei Synthiepop Melodien und bewahren sich zumindest Ihre Integrität auf diesem Gebiet. Die Songs auf der neuen Platte ‚ Sounds Of The Universe ‚ können dem Titel natürlich nicht gerecht werden und Gahan relativiert den Albumtitel symbolisch auf der Single ‚ Wrong ‚. Aggressiv, dystopische und harte Synthies pochen hier an unsere Ohren und führen an Psydeo-industrielle Landschaften vorbei, die in der Up Tempo Nummer ‚ In Sympathy ‚ mit romantischen Melodien flirten. Tief puffernde Percussions und ein starker Widerhall schaffen bei ‚ Come Back ‚ einen perfekten Kontrast zu dem weichen Glockenspiel, während ‚ Peace ‚ mit der Bassline noch einmal an die Industrial- Phase der Band erinnern lässt. Wie jedes Depeche Mode Album besitzt auch ‚ Sounds Of The Universe ‚ seine speziellen Momente und kleinen Highlights, die auf der gesamten Länge betrachtet, aber viel zu selten Ihren Einsatz finden. Eine klaustrophobische Atmosphäre wie ‚ In Sympathy ‚ hätte man sich ebenso öfters gewünscht wie die komprimierten Funk Gitarren von Gore im Opener ‚ In Chains ‚. So bleibt es hier leider bei einer formlosen Verknüpfung musikalischen Dampfes, der schnell vorhersehbar ist und mit nur wenigen Ausnahmen im Rückblick erwähnenswert bleibt. Sie spielen weiterhin Ihre zeitlosen Elektrosounds, beziehen sich auf Ihre Wurzeln und verzichten auf klangliche Experimente. Damit sind Depeche Mode auch im Jahr 2009 unaufgeregt, irrelevant, offen für das breite Publikum und werden mit ‚ Sounds Of The Universe ‚ niemanden unangenehm ans Bein pinkeln.