Death From Above 1979 – The Physical World

Sie waren im Jahr 2004 das ungeheuerliche Dance-Punk-Duo aus Toronto, an dem kaum jemand vorbei kam. Sebastien Grainger und Jesse F. Keeler spalteten Lärm, kreierten ohrenbetäubende Explosionen aus Bass und einem frenetisch, kläffenden Schlagzeuger, der bei jedem Konzert übermäßig viele Drumsticks verbrauchte. Nach Ihrem Debüt ‚ You’re a Woman, I’m a Machine ‚ war dann plötzlich wieder Schluss. „I’m sure by now most of you assume the band isn’t happening anymore since there are no shows, no work on a new album, etc. well…We decided to stop doing the band…“ 2011 gab es die Wiedervereinigung von Death From Above 1979 und jetzt auch endlich ein neues Album, welches mit ‚ Cheap Talk ‚ unweigerlich sämtliche Befürchtungen über eine neue Platte aus Geldnot kometenhaft in den nächtlichen Himmel abfeuert. DFA verzichten hier auf die obligatorische Notwendigkeit, aufgrund der langjährigen Abwesenheit eine apologetische Einführung anzubieten. Stattdessen klatschen uns die Herrschaften eine energievolle und kreischende Geräuschkulisse entgegen, an die sich das zweite Stück mit seinem lächerlichen Titel ‚ Right On, Frankenstein! ‚ nahtlos anheftet. Irgendwann sehnt man sich dann jedoch nach einem Rückgang dieser umfassende Flut an lärmenden Verzerrungen, die letztlich nicht selten langweiligen lyrischen Inhalt versuchen zu vertuschen. Natürlich kann der Anspruch ausgeblendet werden, um Tracks wie ‚ Virgins ‚ und ‚ Always On ‚ schlicht bei voller Lautstärke zu genießen – aber dafür gibt es aktuell eigentlich die DZ Deathrays. Bei Death From Above 1979 liegen die Erwartungen höher, man möchte bei Ihren Songs ein vollständig geformtes Songwriting-Erlebniss präsentiert bekommen und nicht nur die gegenseitige Erdrosselung der beiden Protagonisten durch die eigenen Instrumente. Ein Beispiel wie es gehen könnte, zeigen uns DFA in ‚ White Is Red ‚ und ‚ Trainwreck 1979 ‚, welche mit geöffneten Strukturen die musikalische Landschaft des Duos angenehm auflockern. Sebastien Grainger und Jesse F. Keeler haben letztlich nichts verlernt und beinahe hat es sogar den Eindruck, als hätte es nie eine Wartezeit gegeben…