Dave Rawlings Machine – A Friend Of A Friend

David Rawlings spielt Gitarre und ist Sänger. Am besten bekannt ist er jedoch als langjähriger Partner von der Bluegrass Singer-Songwriterin Gillian Welch. Dort war er ebenso als Produzent tätig und veröffentlicht nun nach einer langen Planungsphase sein Debüt Album unter dem Pseudonym The Dave Rawlings Machine. Und das kann sich wahrlich sehen lassen: Als Unterstützung finden sich darauf Größen wie Bright Eyes, Cassadaga oder Ryan Adams, der selbst als Co-Writer an den Tracks ‚ To Be Young (Is to be sad, is to be high) ‚ und ‚ Sweet Tooth ‚ mitwirkte. Dezente Nummern mit einer akustischen Note in unbeschwerter Atmosphäre. Ein weiteres Highlight ist auch das gemeinsame Stück ‚ Method Acting ‚ mit Bright Eyes. Ein entblößender und zeitloser Song mit Soul-Anleihen im 20er Jahre Delta Blues.

Seine Konzentrationen beruhen natürlich auf dem amerikanischen Folk und verändert damit auch nicht seine Vorlieben gegenüber der Kollaboration mit Gillian Welch. Wo liegen also hier die entscheidenden Unterschiede verborgen? Dazu muss man sich ‚ A Friend Of A Friend ‚ verinnerlichen, klingen schließlich die Einflüsse von Welch aus allen Poren, ein Gesangs Back-Up hier und einige Textzeilen dort sind nicht die ausschlaggebenden Merkmale, als vielmehr die unkomplizierte Tatsache, das Ihr Mikrophon an dieser Stelle einfach ausgeschaltet wurde. Ein fester Bestandteil im Sound von Rawlings, aber hinzu gesellen sich verschiedene Country- und Bluegrass Vertraute, alte Freunde und langjährige Bekannte. In erster Linie zählt dazu The Old Crow Medicine Show mit Ihren Geigen und Banjos.

Zugegeben, es war und ist ein müheloser Erfolg vor Rawlings. ‚ A Friend Of A Friend ‚ hätte in dieser Beziehung überhaupt nichts falsch machen können. Es finden sich auf dem Debüt großartige Melodien, klagende Harmonien, langsame Flussabläufe, gebürstete Trommeln und ein finales Ende mit wehmütigen Streicher-Arrangements. Hier spürt man nun die ganze Vollständigkeit von Rawlings füllender Stimme und zeigt, dass er neben Welch viel mehr ist, als nur der Mann an Ihrer Seite. Berührende Momente finden sich auch noch einmal in der spartanischen Hymne ‚ I Hear Them All ‚ und beherbergen zudem verdrehte Metaphern über giftigen Heißhunger. Rawlings war im Grunde schon überall auf dieser Welt. Und doch spiegelt sein Debütwerk schlicht und ergreifend seine wahre Heimat in unruhiger und temperamentvoller Atmosphäre.