Dan Auerbach – Keep It Hid

Dan Auerbach ist seit letztem Jahr in eigener Sache unterwegs. Nach fünf Alben der Black Keys wurde die Zeit reif für Veränderungen. Er ließ sich ein eigenes Aufnahmestudio bauen, produziert dort Radiosendungen und auch die Debütplatte von der mittlerweile 19-jährigen Jessica Lea Mayfield. Hierzulande noch gänzlich unbekannt, wurde die neue Platte von Pitchfork in höchsten Maßen gelobt:“fascinating and endlessy listenable“, so die Worte und gleichnamiges dürfte auch für die neue Soloplatte von Auerbach gelten. Im Bundesstaat Ohio groß geworden, weiß der Mann was es bedeutet staubtrockene Beats zu produzieren und dabei die letzten fünf Jahrzehnte in einem coolen Garage-Rock-Outfit zu verpacken. Mit den Black Keys konnte er das letztes Jahr eindrucksvoll unter Beweis stellen. Gleichzeitig gilt ‚ Attack & Release ‚ als Ihr Bestes Werk und zusammen mit Patrick Carney erschuffen Sie melodische Sensibilität mit einer robusten Langlebigkeit. Einziges Problem war bisher die hohe Anzahl an Stücken, die konzeptionelle Grundlage all Ihrer bisherigen Werke fließt auch in Auerbachs Solo Debüt mit ein. Vierzehn Stücke sollen die spartanischen Ansätze legitimieren, zwar verfügt es nicht über die Kühnheit einer Jack White Platte und auch nicht die ausgereiften Strukturen eines ‚ Attack & Release ‚, aber dafür eine hohe Konsistenz an erstklassigen Songs. Das Album wurde in seinem eigenen Akron Analog Studio produziert und lässt darauf musikalische Unterstützung finden von James Quine und seiner Lieblingssängerin Jessica Mayfield. An den Songs hat sich im Prinzip zu den Black Keys Werken wenig geändert. Es rumpelt zwar nicht mehr ganz so stark und auch die Stimme von Auerbach klingt etwas gelockert, aber die sumpfigen Trommelwirbel sind nach wie vor fester Bestandteil neben neuen Elementen wie das Keyboard. Es klingt zuweilen von sich selbst angeekelt, ein bitterer Geschmack verbreitet sich in den Tiefen des menschlichen Magens und man versucht es verzweifelt loszuwerden, doch vergebens. Auerbach findet daran Spaß, foltert einen mit schwerverdaulichen Melodien und zieht diese wie einen alten, ausgebleichten und vergammelten Kaugummi durch die Gegend. Nur selten lässt er den Stücken freien Lauf wie in ‚ My Last Mistake ‚, stattdessen befindet sich das meiste nahe an dem Sound der Black Keys. Damit macht er nichts verkehrt, aber auch nichts Besser. ‚ Keep It Hid ‚ bleibt ein solides Solowerk, das seine Glanzpunkte immer wieder verstärkt in den stillen Momenten wie ‚ Whispered Words ‚ oder ‚ When The Night Comes ‚ findet. ‚ Street Walkin´ ‚ und ‚ My Last Mistake ‚ sorgen für Auflockerung und raffiniert absteigende Melodien gibt es in ‚ Mean Monsoon ‚, aber die Offenbarung wurde es dann schlussendlich auch nicht. Dafür klingt vieles zu gleich und lässt die Platte nach über zehn Tracks in eine Geduldsprobe ausarten. Doch für alle Black Keys Fans gibt es auch eine gute Nachricht, denn bereits Mitte des Jahres beginnen die Aufnahmen zur sechsten Studioplatte und bis dahin lässt sich mit ‚ Keep It Hid ‚, trotz aller anfänglichen Probleme, gut die Zeit überstehen.