Courtney Barnett – Things Take Time, Take Time

Klanglich fantastisch und lieblich glänzen COURTNEY BARNETT’s süße Gesänge auf THINGS TAKE TIME, TAKE TIME.

Anstatt mit ihrer Tourband aufzunehmen, wird Courtney Barnett auf Ihrem neuen Album „Things Take Time, Take Time“ nur von Stella Mozgawa von Warpaint begleitet, die das Album auch mit mitproduzierte. Die Ergebnisse sind gemütlich und intim, mit mehreren Tracks, die grundlegende Drum-Machine-Patterns anstelle von kraftvolleren Live-Kits verwenden. Es gibt hier keine stampfenden Rocksongs wie „Pedestrian at Best“, sondern vermehrt Tracks, die angenehm entspannt in Ihrer eigenen Trägheit schwelgen.

Und so fängt Barnett’s drittes Soloalbum etwas zutiefst Wahres und Tiefgründiges darüber ein, wie sie und auch wir mit der Welt und untereinander umgehen. Da wir uns ständig nach echter menschlicher Verbindung in der digitalen Leere sehnen, geben die neuesten Songs der Sängerin nicht nur den endemischen sozialen Ängsten einer Generation eine Stimme, sondern bieten sogar eine endlos einfühlsame Blaupause, um sich ihnen zu stellen. Auf „Sunfair Sundown“ bekommen wir Schnappschüsse von verschwörerisch intimen Momenten, in denen niemand etwas falsch macht, außer sich selbst an die erste Stelle zu setzen.

„If I Don’t Hear from You Tonight“ hält unsere Hand durch die Andeutung einer unerwiderten Liebesbeziehung – ​​nur um uns daran zu erinnern, dass Liebe so leicht zu geben, so wandelbar und so leicht zu finden ist, wenn wir diese selbst mit uneigennütziger Großzügigkeit verschenken. “The trees are turning green, and this springtime lethargy Is kinda forcing you to see flowers in the weeds,” singt sie auf „Turning Green“ – dem Herzstück des Albums, das von einer Drum-Maschine angetrieben wird. Als Tagträumerei zieht das gemütliche „Rae Street“ einen Stuhl ans Fenster und wundert sich, warum das Paar gegenüber eine ohnehin ordentliche Wand neu streicht, während ein Müllwagen vorbeirasselt.

Auf „Things Take Time, Take Time“ konzentriert sich Barnett bewusst auf die kleinen Momente, die ihr Freude bereiten und wechselt zwischen Metapher und Realität munter hin und her. Es sind letztlich zehn kunstvoll verwobene Tracks, die Barnett’s Talent in voller Pracht offenbaren und eine neue Ära für die australische Musikerin markieren.

9.0