Cody – Songs

Erstaunt waren wir. Erstaunt über die phantastische und gleichnamige EP aus dem Monat Mai. Cody überzeugten mit Ihrem Debüt durch atmosphärische Folk-Songs, die schlussendlich gar nicht wirklich welche sein wollten, einer beruhigenden Stimme von Kaspar Kaae und schlussendlich eine Tatsache, auf die man ohne zusätzliche Infos nie von selbst gekommen wär. Sie klingen typisch amerikanisch, wie ein Ritt durch endlose Weiten mit dem einzigen Freund- der melancholischen Einsamkeit. Doch wie Ihre Namen im Vorfeld schon andeuten: Line Felding, Casper Hegstrup, Torleik Mortensen, David Fjelstrup, Leif Bruun, Ferderik Thybo und bereits erwähnter Kaspar Kaae, kommen die Herren keineswegs aus dem fernen Amerika, sondern leben in Kopenhagen, Dänemark. So nah und doch so fern wie unsere kleine Welt doch manchmal sein kann. Aber passierte die musikalische Konzentration auf amerikanischen Folk, Anti-Folk, Pop-Folk und Alternative-Folk keineswegs aus einer beliebigen Laune heraus, vielmehr steht dahinter eine innige Liebe zur amerikanischen Einöde die Kaae dazu bewog, im Jahr 2004 als Ein-Mann-Projekt diese Beziehung in Texte zu fassen und sie mit den unterschiedlichsten Instrumentierungen zu untermalen. Es entwickelte sich im Lauf der Zeit eine Formation verschiedenster Musiker, die aber nach eigener Aussage bei dem Debütalbum ‚ Songs ‚ auf „nur“ zwölf heruntergeschraubt wurde. Der Platte merkt man diese Umstände allerdings kein bisschen an, alles läuft in einem Fluss enthemmend durch sanfte Prärie Landschaften, beeindrucken den Hörer durch ausgewogene Stücke die hervorragend in Ihrem Tempo variieren und so für eine unverblümte Schönheit sorgen, wie es wohl schlussendlich nur die skandinavische Melancholie vollziehen kann. Es macht kurz gesagt einfach Spaß die Gedanken fliegen zu lassen, die Umgebung auf eigene Faust zu erforschen und sich voll und ganz diesen intensiven Songwriting-Glanzstücken hinzugeben. Ja hier darf sogar von unschätzbaren Wert gesprochen werden eine Band wie Cody, deren Genre tatsächlich vollkommen selbstständige Pfade erforscht, in die private Musiksammlung aufnehmen zu dürfen. Eine Band die sich nicht von den Grenzen der eigenen Heimat aufhielten und den Sprung über den großen Teich wagten. Das der lange Weg in die Wiege des Countrys nicht ausgelassen werden durfte, versteht sich natürlich von selbst: Bereits 39 Konzerte, elf davon in New York, überzeugten dort Fans wie Presse gleichermaßen mit der warmen und lebensbejahenden Atmosphäre aus Dänemark. Es ist das Königreich der weitläufigen Wiesen, die Heimat von Cody und einer Band, die unsere bekannte Musikwelt nun mit einer Vielzahl interessanter Blüten bereichern konnte.