The Cure – Three Imaginary Boys

Es ist das spröde, juckende Debüt eines Trios, das bereits seine Ursprünge im unzufriedenen Punk Rock hinter sich gelassen hatte. Smith, kaum noch Teenager, nimmt meistens einen Ton kalter Distanz an und macht dieses Album von THE CURE nicht nur zu einem sehr starken Debüt, sondern beinahe auch zu einer Kuriosität.

The Cure werden normalerweise mit donnernder Dunkelheit und finsteren musikalischen Texten identifiziert, aber ihr Debüt aus dem Jahr 1979 klang überhaupt nicht so. „Three Imaginary Boys“ ist ein klassisches Beispiel dafür, wie sich Bands in der unsicheren Zeit des Post Punk verhalten sollten. Wie bei Magazine oder Gang of Four war auch bei The Cure kein Rückschritt zum Mainstream festzustellen, sie mussten aber auch einen großen Sprung über den stagnierenden Punk Teich hinaus wagen und so war es am Ende jugendlicher Überschwang oder vielleicht war es die Tatsache, dass die Band selbst nicht alle Fäden in der Hand hatte, heraus kam am Ende eine lustige und optimistische Platte voller Überraschungen und Kuriositäten.

Das Album wurde praktisch über drei Nächte mit wenigen Over-Dubs live aufgenommen und ist stark, wütend und mit Smith’s eindringlicher Gitarre überhäuft. Die Vorläufer des Punk und zeitgenössische Albträume haben es in die Mischung geschafft – „Object“ erinnert an Bowie aus der Ziggy Stardust-Ära; „Subway“ könnte die Schwester von „Down In The Tube Station At Midnight“ von The Jam sein. Parry und der Ingenieur und Produzent Mike Hedges gaben der Kollektion ein eisiges Furnier, dass Smith verärgerte, aber den damaligen Moment stark widerspiegelte. Für einige ist dies die letzte gute Platte von The Cure, viele Fans dieses Albums waren auch in keinster Weise auf die spärliche Leere und Finsternis vorbereitet, die der Eckpfeiler zukünftiger Veröffentlichungen sein würde. 

Für den eingefleischten Fan ist es jedoch eine interessante Veröffentlichung, die sich nur schwer in den allgemeinen Fluss der Diskographie der Band einordnen lässt. Robert Smith hat viele Male seine gemischten Gefühle bezüglich der Platte geäußert, insbesondere über das Cover (die drei „repräsentativen“ Gerätschaften auf dem Cover, das Fehlen einer echten Trackliste – alle Songs sind mit künstlerischen Bildern dargestellt – und in keiner wirklichen Reihenfolge) und die Produktion, die zugegebenermaßen etwas matschig ist, aber selbst das verleiht ihr einen gewissen jugendlichen Charme. Was The Cure als nächstes tun würden, war für den Hörer dieses Albums nicht ganz offensichtlich.

Dieses Debütalbum ist anders als alles, was The Cure jemals produziert haben. „Three Imaginary Boys“ ist zwar keine populäre Platte, zeigt aber eindrucksvoll die frühen Fähigkeiten der Band. Hauptsächlich aus Pop Punk bestehend, sind die drei herausragenden Tracks „10:13 Saturday Night“, „Grinding Halt“ und „Fire In Cairo“. Es sind die ersten Versuche einer Band, die mit Ihrer jugendlichen Kraft etwas Einfaches, aber mit effektiven Rhythmen und Gitarrenriffs, großartiges geschaffen haben und einen dazu bringen, immer wieder zurück zu kommen. Als The Cure Fan ein Muss, aber auch für alle anderen sollte es der Versuch wert sein. Man muss sich daran erinnern, dass „Three Imaginary Boys“ in den späten 70ern aufgenommen wurde und dies ein aufstrebendes Genre voller neuer Möglichkeiten darstellte.

8/10