Beastie Boys – Licensed to Ill

„Look, I don’t know why, but George Wagoner is going to kick my ass today. Don’t laugh, bitch, I’m serious! I never should have told that slut that skins were assholes.“

Basierend auf den kulturell allgegenwärtigen Singles „She’s Crafty“, „Girls“ und „Paul Revere“ ist man möglicherweise bereits zu dem Schluss gekommen, dass das Debütalbum der Beastie Boys ein großes dummes Partyalbum für große dumme Jungs ist, das späteren Beastie Boys Alben wie „Paul’s Boutique“ und „Check Your Head“ weit unterlegen ist. „Licensed to Ill“ ist auch eine Art Album, das in den Umkleideraum geht und die gefestigten Vorurteile zusammen mit der eigenen Brille zerschmettert. Produzent Rick Rubin und sein Label Def Jam verhalfen vielen von uns, die Angst vor der Rap Musik zu verlieren und eine gänzlich neue Erfahrung zu durchleben. 

„I got franks and pork and beans/ Always bust the new routines.“

Auch ist es in vielerlei Hinsicht eine bemerkenswerte Platte, da das Mischen von Metal und Hip Hop weder etabliert noch unbedingt einfach war. Nur Black Sabbath und Led Zeppelin mit Hip Hop Beats zu vermischen ist keine automatisch gute Aufnahme, obwohl es ein viszeraler Nervenkitzel ist, diese muskulösen Riffs zu hören, die durch das durch rhythmische Hin- und Herbewegen einer laufenden Schallplatte auf Hochtouren gebracht werden. Aber ein Großteil davon ist auf die Fähigkeiten von Rick Rubin zurückzuführen, einem Metalhead, der mit Russell Simmons Def Jam Records gründete und zuvor mit diesem Sound in Run-D.M.C.’s „Raising Hell“ flirtete, ganz zu schweigen von ein paar Singles und einer einmaligen Sache mit den Beasties vor dieser Aufnahme.

„Spent some bank, I got a high powered jumbo/ Rolled up a wooly and I watched Colombo.“

„I keep a pistol in my pocket so you better be cautious/ Fly around the world but it makes me nauseous.“

Er war bekannt für seinen Rap Rock, aber es ist irreführend, ihm allein die Danksagung für „Licensed to Ill“ auszusprechen (wie manche), da dieselbe Kombination weder so mächtig gewesen noch so gut gealtert wäre – gealtert zu einem Rock Klassiker – ohne die Beastie Boys, die diese Platte durch ihre Leidenschaft für Subkulturen, Popkultur, Witz und die berauschende Kraft des Wortspiels befeuern. Die Beastie Boys waren schon immer Meister des Samplings und bei „Licensed to Ill“ haben Ad-Roc, Mike D und der großartige MCA 13 einzigartige, schlagkräftige musikalische Grundlagen geschaffen. Der Gesamtsound des Albums ist eine funky Fusion aus dicken Gitarren, stoßenden Hörnern, Scratching und kranken Beats. Offensichtlich hat sich „Licensed to Ill“ seinen Ruf als garantierter Party-Starter verdient.

„Get ready/ ‚Cause this ain’t funny/ My name’s Mike D and I’m about to get money.“

Der beste Teil des Albums ist jedoch das frische Zusammenspiel der drei MCs. Jeder von ihnen hat eine eigene unverkennbare Stimme, und während sie Karikaturen stereotyper Bad-Boy-Frat-Rapper spielen und sich für Sexismus, Drogen und Gewalt aussprechen, bleibt das Debüt der Beastie Boys im Grundkern lustig und unterhaltsam. Es gibt keine witzigere und ansteckendere Platte in der Popmusik als diese, und das nicht, weil die Gruppe Rapper verspottet, sondern weil sie bereits in diesen jungen Jahren Ihr eigenes Universum geschaffen haben. Und vielleicht ist es das, vielleicht ist es das nicht, aber in jedem Fall zählt „Licensed to Ill“ zu den größten Platten seiner Zeit.

9.5