Cheatahs – Cheatahs

Auf dem Debütalbum der Cheatahs wird es direkt nach dem Intro klar, wohin es einen selbst mit der vierköpfigen Band verschlagen wird. Der Sound der Band erinnert an die Tage des Shoegaze und dürfte insbesondere Anhänger von Deerhunter, My Bloody Valentine, Swervedriver und Teenage Fanclub ansprechen. Aber auch wenn das Gefühl des früheren britischen Shoegaze die Dauer des Albums über mitschwingt, bleibt das Debüt doch in erster Linie ein Pop-Album mit Anleihen zum Alternative-Rock. Die Produktion ist sauber und die Melodien einfach. Cheatahs sind ein Signing des Labels Wichita und befinden sich damit natürlich in erstklassiger Gesellschaft. Bloc Party, Cloud Nothings, First Aid Kit, Fidlar, Kele oder Simian Mobile Disco sind nur wenige der hochkarätigen Künstler auf dem Label und wenn man nun mit objektiven Blick diese Liste weiter nach unten wandert wird sich am Ende der Gedanke lösen, dass die Cheatahs mit Ihrer Musik da ein wenig zurückstecken müssen. Die Befürchtung wurde allerdings schon im letzten Jahr deutlich, als die Cheatahs Ihre ‚ Extended Play ‚ veröffentlichen. Einer der darauf erschienen Tracks hat nun auch auf dem Debüt seinen Platz gefunden: ‚ The Swan ‚ war damals die perfekte Lead-Single und eine gute Einführung in den Sound der Band. Die Gitarren treiben mit knirschenden Power-Akkorden nach vorne, während wirbelnde Riffs die bedrohliche Grundlage für die hallenden und süßen Gesänge bieten. Es ist ein alter Trick, aber die Cheatahs haben ihn ziemlich gut umgesetzt. “I’m a Yeats fan, and I used his poem ‘Leda and the swan’ (a riff on the story of Greek mythology) as a metaphor for the obscene power that some people are accorded, and the complete lack of accountability that sometimes goes with it – but on the plus side there’s much more transparency than there as even twenty years ago, so people aren’t getting away with it nearly as much. You only have to look at Chris Christie’s minions to see that these idiots are getting away with it way less. ” So die Worte von James über den Track. Leider ist es auch auf dem Debüt der erste Stich in die Essenz des 90er Jahre Alternative-Radios. Einzig ‚ Mission Creep ‚ kurz zuvor überzeugt mit seinen melancholischen Melodien, die schwerfällig und mitreißend zugleich eine dichte Atmosphäre heraufbeschwören und einen weiteren starken Moment entfesseln. Ab ‚ IV ‚ verlassen die Cheatahs erstmal für eine ganze Weile die kreativen Ansätze, tauchen dabei gelegentlich tiefer in die Finsternis ab, lassen erst wieder in ‚ Cut The Grass ‚ mehr Schichten in der Gitarrenarbeit entflammen und walzen sich somit in ansprechender Monotonie durch eine angenehme Komplexität. “This song references the idea that the lights you see in the night sky are actually from stars that are long dead, and how the metaphor can apply to mainstream pop culture.” Den Abschluss bildet dann ein eher inspirationsloses ‚ Loon Calls ‚ und während man den Cheatahs Ihr ehrliches Bestreben nicht abstreiten kann, so fehlt es den Jungs auf gesamter Strecke noch an Durchhaltevermögen. Vieles klingt zu ähnlich, wabert haltlos durch endlose Gitarren-Linien, bis diese dann schlicht gegen Ende immer leiser werden und daraufhin im Nirgendwo verschwinden. Die guten Ansätze sind vorhanden, doch müssen die Cheatahs auf der nächsten Platte noch enorm nachlegen um nicht direkt schon im Jahr 2014 wieder von der Oberfläche zu verschwinden.