Chairlift – Does You Inspire You

Was zunächst als Projekt zwischen Aaron Pfennig und Caroline Polachek an der Universität von Colorado im Oktober 2005 entstand, entwickelte sich zu einem Selbstläufer und der ersten eigenen Platte. Eigentlich wollten die Beiden zu Anfang Hintergrundmusik für Spukhäuser produzieren, aber da die Dinge nunmal selten so laufen wie man sich es vorstellt, kam es stattdessen zur ersten EP ‚ Daylight Savings ‚ in den Monkey Studios in Los Angeles. Anschließend ging die Reise weiter nach Williamsburg, Brooklyn in der Sie von den Kanine Records unter Vertrag genommen wurden. Da nun die Musikrichtung ein wenig in andere Bahnen überlief, brauchten Chairlift Verstärkung in Form von Patrick Wimberly der unter anderem am Schlagzeug, Bass, Gitarre, Keyboard und an der Produktion mitmischt. Doch auch die anderen sind wahre Multitalente auf diesen Gebieten und müssen sich mit Ihren Fähigkeiten in keinster Weise vor Ihrem zuletzt hinzugekommenen Mitglied verstecken. Verblüffend und angenehm überrascht dürfte man auch über den musikalischen Stil sein den Chairlift in Ihren Songs verwenden. Alles klingt so schön unaufgeregt, stellt einen angenehmen Gegensatz zu den Indie-Disco-Knallern der heutigen Zeit dar und trotzdem versteckt die neue Platte ‚ Does You Inspire You ‚ eine Vielzahl an kleinen Hits. Nun werden die meisten unter Uns die Band bereits aus der Werbung kennen und schlagen somit auch einen anderen Weg ein, wie Ihre Brooklyner Nachbarn MGMT und Vampire Weekend, die hauptsächlich durch die unübersichtliche Welt des Internets einen Weg zum Erfolg gefunden haben. Chairlift verdanken Ihren rasant in die Höhe geschossenen Bekanntheitsgrad dem kleinen Apfel und Ihrem Song ‚ Bruises ‚, der Sie inoffiziell auch zur MP3-Player-Band gekrönt hat. Aber man sollte sich nicht von diesem Song täuschen lassen, denn auf der Platte lassen sich solche beschwingt und sorgenfreie Stücke nur noch bedingt finden. Hier geben die Richtung Trip-Hop Nummern, 80er Jahre-Synthie-Pop und experimentelle Folk-Stücke wie ‚ Don´t Give A Damn ‚ vor und verzichten komplett auf Mitsing-Refrains, wie es derzeit in der Indie Szene gang und gäbe ist. Deshalb muss man sich auf die Platte einlassen, sich hinein hören und den Elf Songs einfach Ihre Wege gehen lassen. Können Sie sich die einzelnen Lieder erst einmal vollständig entfalten findet man sich in einer unangestrengten besinnlichen und auch fremden Welt wieder, die durchaus mit Ihren vielen kleinen Details zu gefallen weiß, nur manchmal ist die Unaufgeregtheit einfach zu viel des Guten und artet dann in gähnende Langeweile aus. Ein Glück das Chairlift ihr Vorhaben von einem Geisterbahn-Soundtrack noch einmal überdacht haben. So bleiben auf ‚ Does You Inspire You ‚ eine kleine Sammlung an Hits zurück, die es dennoch genauso verdient haben gehört zu werden, wie der Apfelsong ‚ Bruises ‚.