Cancer Bats – Hail Destroyer

Es klingt gut, könnte aber an vielen Stellen noch besser sein. Es fliegt ein bisschen Staub durch die Gegend, es müsste aber eine Staubwolke sein und überhaupt, warum nicht gleich ein ganzer Tornado? Ein wüstes Spektakel zündeten die Herren aus Toronto schließlich auf Ihrem Debütwerk. ‚ Hell Destroyer ‚ ist dagegen nicht wie der Titel verspricht, die natürliche Steigerung, sondern ein Rückzug, oder um es kurz und schmerzlich zu formulieren: Hier hat jemand den Schwanz eingezogen. Vielleicht war es auch der Gedanke an ein bisschen mehr Kohle, schließlich finden sich auf diesem Planeten nur eine handvoll guter Bands mit diesem hohen Energie-Mix aus Hardcore, Punk und Metall. In den Sinn kommen hier spontan Black Flag, Refused mit deren Einflüssen, oder auch aktuelle Gruppen wie The Bronx. „Children of nothing this is our song?“, frägt Sänger Liam Cormier im Eröffnungsstück des Albums und gleichnamigen Titeltracks. Es folgen daraufhin mutige Gitarrenriffs mit einer ordentlichen Tracht Prügel, welche mit Sicherheit die angestauten Agressionen im Headbanging zum Schweigen bringen werden. Trotz der standardisierten Kost auf ‚ Hell Destroyer ‚ stehen die Herren und besonders Cormier zu hundert Prozent hinter Ihrer Musik. Das spürt man, das sieht man in jedem Ihrer Songs und wenn Liam nicht schon vor den Aufnahmen mit starken Halsschmerzen zu kämpfen hatte, dann bestimmt nach Ende des letzten Taktes zu ‚ Zed’s Dead, Baby ‚ und dem finalen Schlusssatz: „She told me I’d be better off dead“. Naja soweit wollen wir nicht gehen mit Cancer Bats und springen lieber wieder auf eine nahtlos fließende Spur, vorbei an Schaufenstern mit Überschriften wie ‚ Harem Of Scorpions ‚, Bastard’s Waltz ‚ oder ‚ Lucifer’s Rocking Chair ‚. Fenster in die man gerne ein bisschen länger geblickt hätte, jedoch wurde am Anfang der Reise auf Automatik gedrückt und so verschwinden herausragende Tracks wie diese, meist ebenso klanglos hinter unseren Augen, wie das Einheitsbild der restlichen Fassaden-Dekorationen. Natürlich ist das Album damit nicht für jedermann gedacht, aber es ist die Art von Platte, das die Fähigkeit besitzen könnte, vorsichtig so manchen Hörer in die Gebiete des Hardcore und der Punk Musik zu konvertieren. ‚ Hell Destroyer ‚ macht neben der schmalen Bandbreite auch den Fehler zu übertreiben. Seien es die schweren Riffs oder die kratzenden Arrangements, das überwiegend schwache Songwriting sei an dieser Stelle mal außer Acht gelassen, die sich zu allem Überfluss spätestens nach sieben Minuten Spielzeit wiederholen. Somit bleibt die zweite Platte von Cancer Bats hinter den Erwartungen zurück, zündetet aber trotzdem ein brutale Ladung Testosteron in die tobende Menge und bleibt schlussendlich ein lukratives Mittel, um sich auf den nächsten Kampf einzustellen.