Buke & Gase – Scholars

Mit „Scholars“ veröffentlichen Buke & Gase den Nachfolger von „General Dome“ aus dem Jahr 2013 und wirken insgesamt wesentlich prägnanter, emotionaler und weniger pervers. Auf diese Weise entsteht ein starkes Gleichgewicht zwischen ansprechbaren Hooks und experimentellen Rhythmen, die jeden Anhänger dieser Genre-Musik begeistern dürfte. Gleichwohl wurden raffinierte elektronische Elemente zu starken, akustisch zentrierten Songs zusammengefasst. Ein Alleinstellungsmerkal bleiben natürlich die selbst entworfenen Ausrüstungsgegenstände. Dazu zählen eine angepasste Bariton-Ukulele (die „Buke“) und ein Gitarren-Bass-Hybrid (die „Gase“). Arone Dyer und Aaron Sanchez haben aber zudem auch Ihre ganz eigene Art und Weise das Songwriting anzugehen.

Die Songs von Buke & Gase sind knorrig und knotig, oft ohne wiederholende Refrains, die rasant zwischen gebrochenen Riffs und taumelnden Rhythmen wechseln. Dyer betritt das Album mit himmlischer Wehklage und hebt Ihre Stimme über donnernde Akkorde: “I fall down on the weekend/I fall so many times on the weekend/Yeah, you couldn’t find a better friend than me“. „Scholars“ verbindet Hochfrequenz-Percussions mit weitschweifenden Gesängen. „Pink Boots“ ist um Arone Dyers selbst harmonisierte Crescendo-Chöre strukturiert, bevor es dann in „Temporary“ fällt – ein vollständig robotergesteuerter Mini-Track, der sich irgendwie warm und kuschelig anfühlt. Den einzig sicheren Halt, der durchgehend konstant vorhanden bleibt, sind die nachdrücklichen, stampfenden Drum-Beats – die als Hauptantriebskraft für das Album dienen. Darum entfaltet sich der Rest der Musik und bildet von dort aus die instrumentellen Irrwege.

Buke & Gase bleiben auch auf „Scholars“ eigenwillig und kühn in Ihren Bestrebungen die Formel mit Unberechenbarkeit und Originalität in jedem Songs zu verändern – ohne dabei die seidige Anziehungskraft zu verlieren.