Bonobo – The North Borders

Ninja Tune besitzt eine bemerkenswerte Reihe an Künstlern, es scheint wie das eigen Fleisch und Blut. Eine Injektion aus Persönlichkeit und Ausstrahlung. Im letzten Jahr feierte man noch die Veröffentlichungen von Lone oder Slugabed und in diesem Jahr folgt endlich der neue Release von Bonobo mit Namen ‚ The Nord Borders ‚ und einen ersten Vorgeschmack präsentierte uns Simon Green aus England mit der Single ‚ Cirrus ‚ und deren stimmulierenden Untertönen. Der Produzent und DJ ist eben ein Meister auf dem Gebiet struktureller Stimmungen, die als reine mechanische und sequenzielle Haltung Ihr suburbanes Leben in der Avantgarde-Bewegung findet. Es sind einfache Klänge, doch die Ehrfucht davor wächst mit jedem Ton und zusammen mit den hübschen Instrumentierungen konnte zumindest ich für einige Tage auf diesen Song nicht verzichten. Duch das letzte Album und die jetzige Single waren die Erwartungen natürlich übernatürlich hoch… …dementsprechend ernüchternd war für mich auch der erste Durchlauf. Das eröffnende Stück ‚ First Fires ‚ erinnert mich an James Blake, doch als gesanglicher Gast ist hier Grey Reverend vertreten. ‚ Emkay ‚ ist dagegen eine wunderschöne Nummer und führt den Hörer zurück in vertraute Gebiete. ‚ Heaven For The Sinner ‚ feat. Erykah Badu und Ihrer sehnsüchtigen Stimme ist leider zu zerfahren und zusammenhangslos, während ‚ Sapphire ‚ mit sporadischen Vocals, monströsen Bässen und einer zarten Harfe begeistern kann. Und die Harfe bleibt: denn auch ‚ Jets ‚ erblüht duch ein ähnliches Angebot, wenngleich die Tendenz einen eher orientalischen Geschmack hinterlässt. Auch wenn der Funke dieses Mal beschwerter überspringen möchte – nach fast der Hälfte des neuen Albums bleibt festzuhalten, wir erleben hier auf jeden Fall einen unverwechselbaren Sound der durch die selbstbewussten Adern von ‚ The North Borders ‚ fließt. In ‚ Towers ‚ bastelt Bonobo geschickt seine Melodien um die Gesänge von Szjerdene, ‚ Don’t Wait ‚, ‚ Know You ‚, ‚ Antenna ‚ und ‚ Ten Tigers ‚ begehen dann prächtige Wege zwischen Komplexität und Dynamik, erreichen Ihren verdienten Höhepunkt im Stück ‚ Antenna ‚ und gemeinsam vereinen sie einen vielfältigen Sound von schierer Wärme, die in vielen Situationen arbeitet kann – ob als Hintergrund für eine Dinner-Party oder als Soundtrack für eine angehende Morgendämmerung. Das abschließende Stück ‚ Pieces ‚ gefällt durch den klebrig süßen Gesang, der zärtlich von den Bässen gestreichelt wird und letztlich Bonobo einen beruhigenden Abgang beschert über den man sich wünschen würde – es hätte ihn nicht gegeben. ‚ The North Borders ‚ glänzt durch erstaunliche Visuals und eine elektrisierende Atmosphäre – alles andere als berechnete, synthetische Seelenlosigkeit.