Bonaparte – My Horse Likes You

Bescheuert, Verkehrt, Wahnsinnig, Abgefahren, Seltsam, Ausgelassen, Grandios, Schön, Psychedelisch, Rock’n’Roll… oder kurz gesagt: Bonaparte. Ja die Aufzählung könnte man noch ewig weiterführen, ebenso die Liste an unzähligen Livekonzerten in diesem Jahr. Darunter auch etliche Auftritte bei Festivals, wie dem Sonnenrot in München, oder dem Open Source Festival in Düsseldorf. Bonaparte kommen in Deutschland, Schweiz und Österreich besonders gut an, besteht die Band doch auch aus einem bunten Kollektiv verschiedener Staatsangehörigkeiten. Und da kann es eben auch schnell passieren, das eine MTV Moderatorin die Frage nochmal ins Englische übersetzen muss, da Sie schlichtweg nicht verstanden wurde. Die Lacher der Bandkollegen sind an dieser Stelle natürlich vorprogrammiert. Musikalisch gesehen machen Bonaparte auch mit Ihrem zweiten Album ‚ My Horse Likes You ‚ vieles richtig. Sie beginnen mit ‚ Ouverture ‚ so, wie man es vermutlich nicht erwartet hätte, schieben mit dem gleichnamigen Titeltrack ‚ My Horse Likes You ‚ einen hyperventilierenden Synthesizer-getragenen Track hinterher und wie es bereits angedeutet wird, wiehert Sänger Tobias Jundt wie ein Pferd munter durch die Textzeilen. Mit ‚ Computer In Love ‚ folgt die erste Singleauskopplung und ein sehr eingängiger Dancefloor-Kracher. Auch hier ist die Wandlungsfähigkeit von Bonaparte mehr als nur beeindruckend. Rhythmen werden umgestellt, die Gitarren rutschen in den Vordergrund und einzig die Lyrics behalten Ihre durchgeknallte Note. „When you watch computer/ Computer watching you/ The more you watch computer/ Computer, computer watching you“. Handzahm geben sich Bonaparte in ‚ Fly A Plane Into Me ‚ mit laufenden Melodien und dem typisch abhackten Schlagzeug, wenngleich auch hier gegen Ende eine seitlich eingeworfene Mundharmonika nicht fehlen darf. Ein bisschen Wahnsinn findet sich halt schlussendlich in jedem Track von ‚ My Horse Likes You ‚. Mit ‚ Rave Rave Rave ‚ folgt eine witzige Western-Pub-Nummer, ‚ Technologiya ‚ ist ein Bastard aus Electro und Balkan-Musik und der Rest – der Rest ist leider Füllmaterial. Hier gingen Bonaparte die kreativen Ideen aus, aber sind wir fair: Zwei Alben innerhalb von zwei Jahren ist mehr als beachtlich und das Zusammengerechnet ergibt wiederum ein phantastisches Album, das Bonaparte erstmal einer nachmachen muss.