Blood Red Shoes – Box Of Secrets

Nachdem in einer scheinbar nie enden wollenden Zeit die Blood Red Shoes aus Ihrem kleinen englischen Örtchen Brighton, uns regelmäßig mit neuen Präsenten überrascht haben, kommt nun endlich die ganz Große von der Insel zu uns herüber geflogen. Wurde uns zumindest stets versprochen, aber nachdem die englische Presse immer recht schnell mit solchen Aussagen vor der Haustür steht war hier natürlich auch erst einmal abwarten angesagt. Mit der EP ‚ I´ll Be Your Eyes ‚ bekamen wir ja schon einmal mit fünf Songs den ersten größeren Vorgeschmack auf das kommende Album ‚ Box Of Secrets ‚. Hier konnten alle Songs durch die Bank weg überzeugen. Besonders das kratzende ‚ Stitch Me Back ‚ machen das Ganze zu einer runden Sache das hier leider vollkommen mit Abwesenheit glänzen muss – Schade. Nun stehen wir vor elf Songs, die durch den zwingend aufkommenden Erfolgsdruck und duch die mittlerweile sehr hohe Erwartungshaltung der Medien nicht so recht standhalten können. Nach dem Opener ‚ Doesn´t Matter Much ‚ der die Platte schon mal in die richtige Richtung schiebt, folgen erstmal zwei auf Nummer-sicher-geh Songs die man bereits durch die EP her kannte. Der Hörer ist nun gefügig gemacht worden. Die Platte rockt, schebbert und kracht an allen Ecken und Enden. Zeit wieder für einen der neuen Songs. ‚ Say Something Say Anything ‚ fährt gewohnte Indie Kost auf mit kaum vorhandenen Glanzpunkten. Ganz anderes dagegen ‚ I Wish I Was Someone Better ‚, zügig und ohne Kompromisse stößt es mit seinen knallharten Gitarrenriffen nach vorne. Sehr schön, sowas ist typisch Blood Red Shoes, täte man sich wünschen und würde gerne mehr von hören. Mit ‚ ADHD ‚ kommt wieder ein alt bekannter Song daher der aber dennoch immer noch als Highlight gezählt werden kann da er einfach nicht anfängt sich abzuwetzen. Danach fällt das ganze leider ab, mit ‚ It´s Getting Boring By The Sea ‚ versucht man nochmal zu retten was schon verloren ist. Hier haben die Blood Red Shoes leider Ihre kleinen Geheimnisse zu gut in den Songs versteckt und damit unauffindbar gemacht. Einzig der Abschluss Song kann noch einmal für eine echte Überraschung und dem schlussendlich verdienten Endspurt sorgen, abwechslungsreich und ein echter Mit Summer wälzt sich ‚ Hope You Are Holding Up ‚ über fünf Minuten lang hinweg ohne Langweilig zu werden. Es bleibt festzuhalten, das die Zweiköpfige Band zwar durchaus ein großes Potenzial besitzt aber noch zu wenig daraus macht. Bei vielem hat man noch den Eindruck da wurde frühzeitig das Stop Schild gesetzt. Stattdessen setzte man lieber wieder auf altbewährtes, das zwar auch funktioniert, aber auf die Länge einer Platte eindeutig zu wenig ist. Dennoch kommen die Blood Red Shoes damit über den englischen Durchschnitt hinaus und das will ja schon mal einiges heißen.