Blackmarket – St. Vincent Decor

„Power-Punk aus Arizona, der klingt, als mache Rivers Cuomo mal Pause von Weezer“, schreibt das Intro über die neue Platte ‚ St. Vincent Decor ‚ von Blackmarket. Doch was ebenfalls gut passen würde, wäre die Bezeichnung „geradliniger Rock“ ohne nennenswerte Aufreger. Aber bis dahin gibt es anfängliche Minuten, die man nicht unerwähnt lassen sollte: Ein wirbelndes Schlagzeug und hungrige Gitarren bannen sich einen Weg durch zwirbelnde Bassläufe, erzeugen umstandslos eine dichte Atmosphäre, die mit Sänger Daryl Lamont wunderbar ergänzt wird. Auch der Refrain auf ‚ Tongue Twister Hypo ‚ überzeugt ohne langes Geplänkel und hinterlässt damit einen bleibenden Eindruck. Das zweite Stück ‚ 10 & 2 ‚ ist für große Bühnen dieser Welt kreiert worden, unkompliziert und modern erinnern Sie ein wenig an Nada Surf und lassen Vergleiche wie diese im selben Atemzug überflüssig erscheinen. Und mit diesen anfänglichen Minuten wurde der Hörer gefügig. Man lässt sich gleiten, lauscht den netten Melodien, den verträumten Texten in ‚ Blue Lemon ‚ und schwellt in Erinnerungen an die erste große Liebe. ‚ To Say To Least ‚ bleibt dagegen recht blass und zeigt in diesen Momenten den mangelnden Mut für kleine und gewagte Schritte. Ebenfalls ‚ Hammerhead (Somebody Else) ‚ bleibt bestenfalls eine optimistische Hintergrund-Nummer, die sich trotz einer sympathischen Art nicht mehr an Aufmerksamkeit erspielen kann. ‚ Hey You / Loner ‚ ist liebenswert aber auch langatmig, während ‚ Nearsighted ‚ gänzlich ohne Höhepunkte auskommen muss. Instrumental wird es in ‚ Catch & Release ‚ und schummrig-schunkelig im nächsten Stück ‚ The One I Know You’re Not ‚. Den Abschluss bildet dann ‚ Dot To Dot ‚ und rüttelt nochmals den Hörer im Genick. Blackmarket haben es probiert, Ihre Elemente haben funktioniert, bedeuten aber im selben Atemzug auch einen kreativen Stillstand. Und so bleibt ‚ St. Vincent Decor ‚ zwar eine gute Platte, die jedoch nach dem letzten Track nicht lange im Gedächtnis unserer Köpfe verweilen kann.