Blackmail – II

Es brodelt im neuen Werk von Blackmail. Es kantet und pumpt sich durch die zehn neuen Songs, lässt ein flächendeckendes Erlebnis daraus entstehen und lässt unsere und die Träume von Blackmail in Erfüllung gehen: „Unser Traum war, ein großes, zeitloses Rockalbum zu machen. Für mich ist das der Ritterschlag, wenn man sowas hinbekommt. Und das genau war unser Anspruch,“ so Mathias Reetz. Und zusammen mit den restlichen Mitgliedern untermauern Blackmail erneut äußerst eindrucksvoll Ihre Qualitäten, die nunmehr schon seit 20 Jahren dafür sorgen, das die Gruppe aus Koblenz zu den konsistentesten deutschen Rockbands gehören. Zu den Aufnahmen erzählte Kurt Ebelhäuser: „Wir haben uns dieses mal viel mehr Zeit genommen und damit auch weniger Druck erzeugt. Die anderen haben mich ständig zum Lockermachen ermahnt, was sonst nicht so mein Ding ist. Aber es hat super funktioniert!“ Er selbst hat seinen einzigen gesanglichen Part im vierten Track ‚ La Future ‚, einem tonnenschweren Stampfer, der dementsprechend schwerfällig durch die Rhythmen rumpelt und bereits nach knapp einer Minute wieder im tiefen Erdreich verschwindet. Davor bieten uns Blackmail klare, saubere und stark fokussierte Indie-Rock Kracher, die mit mächtig viel Druck zwischen den Schenkeln einen peitschenden Einstieg in ‚ Impact ‚ abliefern und sich mit ‚ The Rush ‚ in die Gehörgänge fressen. In dringlicher Schnelllebigkeit durchschreiten Blackmail die Mauer der Brachialität und Unmittelbarkeit, während ‚ Palms ‚ den fulminanten Einstieg in die zweite Hälfte antreibt. Einen unerwarteten und ungewöhnlichen Weg bestreitet das Quartett in ‚ Sleep Well, Madness ‚, denn hier spielen abgedämpfte Orchestierungen in einer sich aufreißenden nostalgischen Atmosphäre, während Blackmail konsequent ihren bewährten Stil untermischen. Der Höhepunkt auf der neuen Platte. Vor nicht ganz zwei Jahren erschien mit ‚ Anima Now! ‚ das erste Album mit dem neuen Frontmann Mathias Reetz und Ebelhäuser bermerkte dazu: „Mathias kann echt so ziemlich alles, und das haben wir natürlich intensiv genutzt. Wenn du so jemanden in der Band hast, kannst du drumrum ganze Festungen errichten.“ Mittlerweise ist es das achte Studioalbum – und wenn man es nicht wüsste – diese Platte würde auch als Debüt durchgehen. So erfrischend und neu erfindend – es wäre ein direkter Einstieg in die Rock-Oberliga. Nun ist es tatsächlich für alle Neulinge eine echte Herausforderung, hier anzuknüpfen und selbiges zu leisten. Aber machen wir uns nichts vor – unerwartet wird das in der Zukunft sicherlich nicht passieren. ‚ Dual ‚ ist dann das letzte meisterliche Stück in dem, ich muss mich korrigieren, auch Kurt Ebelhäuser nochmals in der zweiten Hälfte des Tracks die Lippen zum Mikrophon bewegt. Insgesamt ist die neue Platte ein nie abkühlendes Stück Rock, druckvoll, energiegeladen und ganz so, wie es sich Mathias Reetz letztlich gewünscht hat: nämlich zeitlos.