Black Mountain – Destroyer

Der Gründungsdrummer Joshua Wells und die Sängerin Amber Webber verließen Black Mountain 2016, nachdem ein Großteil der Ausrüstung der Band während einer Tournee in Schweden gestohlen wurde. Was für viele Bands der Tod ist, wurde für Black Mountain zu einer Wiedergeburt. Der Sänger und Gitarrist Stephen McBean eröffnete sein Heimstudio in Los Angeles und brachte mit Hilfe seiner vielen Freunde alte Demos und Ideen zusammen. Rachel Fannan (Sleepy Sun), Adam Bulgasem (Dommengang), Kliph Scurlock (Flaming Lips), Kid Millions (Oneida) und der zurückkehrende Bassist Arjan Miranda sind nur eine Handvoll der Musiker, die vorbeikamen, um Ideen und Inspirationen abzugeben. Als dann Jeremy Schmidt seine Synthie-Parts zusammenstelle, wurde klar, dass Black Mountain wieder zu alter Höhe aufgestiegen sind.

„Destroyer“ heißt das Ergebnis und ist damit das fünfte Studioalbum der kanadischen Heavy-Psych-Gruppe und der Nachfolger des 2016er Album „IV“. Es ist das bisher engste, knorrigste und der am wenigsten ausgedehnte Ausflug von Black Mountain. Die acht Songs, die in etwa 40 Minuten Spielzeit bieten, beginnen mit „Future Shade“, einem gitarrenlastigen und brennenden Zwitter aus Judas Priest und Fu Manchu. „Horns Arising“, „Licensed To Drive“ und „High Rise“ sind weitere Genussmomente für jeden selbstbewussten Rocker. Dem Drang, Deutungen und Interpretationen zu widerstehen, ist hier unmöglich. Vor welcher Art von Apokalypse warnt uns Stephen McBean? Es stellt sich heraus: vor gar keiner. Er singt lediglich von seiner bestandenen Führerscheinprüfung aus dem Jahr 2017 und zollt dabei seinem Auto Tribut.

Zwischen Hair Metal, Punk und Stoner Rock sprudeln diese neuen Songs mit viel Kraft, Leidenschaft und Hingabe durch die Boxen. Das fünfte Black Mountain Album ist buchstäblich das bisher treibendste Werk. Es bekam auf der Straße den letzten Schliff, direkt vom Gefühl geleitet, hinter dem Lenkrad zu sitzen. Ein phantastisches Gefühl, dass man auch selbst mit großer Begierde inhalieren möchte.