Biffy Clyro – A Celebration of Endings

BIFFY CLYRO schreiten auch nach 25 Jahren mit dem Selbstvertrauen einer Band voran, die in Topform ist und sich einmal mehr selbst übertrifft.

Für ein Album, das durch die Dichotomie von „hässlich und schön“ gekennzeichnet ist, tun die Schotten, wenn sie Letzteres verfolgen, dies auf Ihrer neuen Platte „A Celebration of Endings“ mit bemerkenswerter Zärtlichkeit. Acht Alben in 25 Jahren als Band und man kann Biffy Clyro nicht vorwerfen, dass sie lediglich ein von Außenstehenden gewünschtes Pensum abarbeiten. Vielmehr köchelt in ihren Bäuchen noch immer diese heiße Glut, die immer wieder ein flammendes Inferno im Kern der Band entfacht und Biffy Clyro thematisch und klanglich wie eine tuckernde Lokomotive vorantreibt. Der Hunger ist bei den neuen Songs allgegenwärtig. Dies ist eine Band, die sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruht. Sie wollen sich selbst, ihr Publikum und mit ihren neuen Songs auch das Establishment herausfordern.

 

Ihr Sound bleibt als ihr eigener erkennbar und wird gleichzeitig zu neuen Höhen des Experimentierens und des Ehrgeizes getrieben. Mit „A Celebration of Endings“ zeigen Biffy Clyro, dass Gitarrenmusik nicht nur lebendig und gut ist – sie gedeiht in Ihren Händen prächtig. Hymnische Refrains gibt es zuhauf, mit blasigen Gitarrenriffs und der viszeralen Energie einer Band, die seit langem die Bühnen der größten Stadien der Welt ziert. Ihre neueste Platte ist von Natur aus eine spektakuläre Show. Die ruckelnden, ungewöhnlichen Gitarrenrhythmen und der dröhnende Chorgesang des Openers „North of No South“ eröffnen eine Platte, die an der Schwelle schwelender, überfüllter Emotionen steht. Mit „A Celebration of Endings“ durchquert das Trio ebenso eine unglaubliche Klangvielfalt. 

 

Das Album-Highlight „Weird Leisure“ fühlt sich wilder an als Biffy Clyro’s übliche Einstellung zum Rock. Es malt ein Bild von verdammter Frustration in einer gehetzten Dringlichkeit, die sich auf eine grobkörnige Wahrnehmung des Vergnügens in all seinen Formen konzentriert – von Liebe bis zu Obszönität im Übermaß. Im Gegensatz dazu erzählt die wunderschöne Klavierballade „The Champ“ eine bittere Geschichte über den Untergang einer Beziehung, die im Mittelpunkt eines Streits steht und sich letztlich in einen Bass-getriebenen Groll stürzt. Während das Herzstück „Space“ in klaviergeleiteter Weichheit schwebt, zaubert die leuchtende Nummer hoffnungslose romantische Bilder von flackernden Feuerzeugen in der Ferne von Arenen und verziert die Melodie mit eleganten Orchester-Crescendos. 

Biffy Clyro haben Ihre Unvorhersehbarkeit nicht verloren und vermeiden noch immer geschickt die Fallstricke, in die die meisten Rock-Acts dieser Langlebigkeit geraten. Dies ist der Sound eine Band, die noch lange nicht fertig hat.