Beck – Hyperspace

Mit seinem letzten Album „Colors“ aus dem Jahr 2017 griff Beck nach dem Mainstream – und gewann zwei Grammy Awards. Es hatte nichts mit seiner vorherigen Platte „Morning Phase“ gemein, einem melancholischen Folk-Rock-Klassiker. Aber hier bleiben seine zugänglichen Pop-Neigungen bestehen. Im Zentrum von „Hyperspace“ steht seine erste Zusammenarbeit mit dem Co-Autor und Produzenten Pharrell Williams, dessen minimalistische Produktion auf dem gesamten Album aufgedruckt ist. Beck hat inzwischen seine maximalistische Herangehensweise eingeschränkt. “I really tried to be less ambitious on the production on these songs, like to let them be simple and let them breathe,” erzähte er dem NME. “I’ve really tried to reform myself.” 

Leider entwickelte sich das nicht umbedingt zum Besten. Das Tempo vieler Tracks, die wunderbar beschwingten Klänge und die saubere Instrumentierung sorgen zwar für eine entspannte Atmosphäre, die das Album förmlich überfluten. Genannt seien die Single „Uneventful Days“, das entspannte, trip-hop-artige „See Through“, das von Colours-Mitarbeiter Greg Kurstin mitgeschrieben und mitproduziert wurde, oder der Titeltrack. Doch dagegen klingen schmerzhafte Midtempo-Balladen wie „Stratosphere“ und „Everlasting Nothing“ wie eine mit Synthies gefüllte Neuinterpretation von Sea Change. Trotzdem ist es für einen Künstler, der mit so vielen Genres gespielt hat, eine beachtenswerte Leistung, diese früheren Experimente auf „Hyperspace“ zu einer Masse verschmelzen zu lassen.

„Hyperspace“ ist auch eine der bislang kooperativsten Bemühungen von Beck, mit Gaststimmen von Sky Ferreira und einem Verdienst für den Produzenten Paul Epworth. Aber während diese Tracks so angenehm sind, dass Sie unseren Tag entschleunigen, gibt es von der anhaltenden Emotion oder Weiterentwicklung, für die wir Beck kennen, wenig. Und auch wenn „Hyperspace“ dadurch in bestimmten Momenten langweilig sein kann, verfolgt das 14. Studioalbum einen größtenteils funktionierenden pop-basierten Ansatz, der die verschiedenen stilistischen Abenteuer des alternativen Songwriters geschickt vereint.