Beastie Boys – Hot Sauce Committee Part Two

Was für ein schöner Tag doch heute ist. Wie die Nostalgie zurück in die Adern fährt, die Fokussierung stärker denn je auf unsere Körper brennt und man eigentlich nur glücklich darüber ist, dass die Sehnsucht abgelegt werden darf und die Wiederbelebung der alten Schule durch die Beastie Boys mit Ihrer neuen Platte ‚ Hot Sauce Committee Part 2 ‚ bravourös gemeistert wurde. Doch die älteste und erfolgreichste Hip-Hop Band aus New York City, um Adam Yauch (MCA), Michael Diamond (Mike D) und Adam Horovitz (Ad Rock), verpackt diese Nostalgie in einem modernen Aussehen und erst der kleine Eingang dort am oberen Rand der Verpackung – zeigt den Blick auf die schillernde Perle Vergangenheit. 7 Jahre hat es gedauert bis ein richtiges Album der Beastie Boys aufgenommen und produziert wurde. Doch mit ‚ Hot Sauce Committee Part 2 ‚ ist der lange Bann des Schweigens gebrochen und die Herrschaften sind zurück an die Instrumente gegangen. Der Opener ‚ Make Some Noise ‚ ist zugleich eines der Glanzstücke auf dem Album. Mit gewaltiger Sprungkraft stürzen sich die Beastie Boys in Ihre bekannten Rap-Gesänge, mehrstimmig oder zugleich – auch im Jahr 2011 ist dieser Kombination keine Grenzen gesetzt. „I burn the competition like a flamethrower/My rhymes age like wine as I get older“, heißt es dort von MCA und zeigt damit einen winzigen Ausschnitt der konsequenten lyrischen Umsetzung und der verflochtenen Chemie. Anschließend werden wir mit dem zweiten Stück ‚ Nonstop Disco Powerpack ‚ in den Aufbau emotionaler Sentimentalitäten eingebunden. Der Kern bei dem Track ist ein drückender Bass, hallende Vocals und erinnert ein wenig an ‚ Bodhisattva Vow ‚ aus dem Album ‚ Ill Communication ‚ aus dem Jahr 1994. Mit ‚ OK ‚ folgt ein Roboter-artiges Stück und das erste wirkliche Eintauchen in die bizarre Welt der Beastie Boys. ‚ OK ‚ könnte die elektronische Pop-Band sein, die gerade eben Ihre innige Liebe zum Rap entdecken konnte. ‚ Too Many Rappers (New Reactionaries Version) ‚ wurde mit Nas aufgenommen – pulsiert, knurrt und fletscht die Zähne. Doch mit ‚ Say It ‚ wird alles zuvor gehörte in einen düsteren Schatten abgestellt und ist definitiv kein Track für bewegungsmüde und empfindsame Menschen. Die Beats aggressiv und rau, die ausufernden Überraschungen fühlen sich an wie der kalte Schlag von hinten in den Rücken und überhaupt, die Orientierung wird man bei den ersten zwei Durchläufen kaum behalten können. Dieser Sound haucht seine verderbenden Beats auch in die dunkelsten Ecken unserer Eingeweide. ‚ The Bill Harper Collection ‚ und ‚The Larry Routine ‚ sind Einweg-Einlagen die weniger der Unterhaltung dienen, als vielmehr einen provozierenden Präventivschlag auf die folgenden Tracks ausüben. ‚ Don’t Play No Game That I Can’t Win ‚ ist das Ergebnis einer überzeugenden Dub-Fusionierung zwischen den Beastie Boys und Santigold. ‚ Funky Donkey ‚ zwinkert frech mit seinen asiatischen Percussions aus den 90er Jahren zu uns herüber, ‚ Lee Majors Come Again ‚ ist der frenetische Ausbruch mit dampfenden Rauchwolken aus Drum-Loops und rasenden Gitarren. ‚ Multilateral Nuclear Disarmament ‚ zeigt mit als Instrumental wieder eine weichere Seite der Band und ‚ Crazy Ass Shit ‚ makiert den abschließenden Genie-Streich der Beastie Boys. Warum? Es ist mit Abstand der einfachste und dennoch überzeugendste Track der Band. ‚ Hot Sauce Committee Part 2 ‚ hat die lange Wartezeit über alle Grenzen hinaus entschädigt, die musikalische Genialität, die stimmlichen Fähigkeiten – alles harmoniert und arbeitet bestens zusammen. Es ist DER Traum aller Hip-Hop-Träume. Hier finden sich Experimente, künstlerische Freiheiten und wahre Visionen.