Battles – Gloss Drop

‚ Africastle ‚ nennt sich das Eröffnungsstück und erfüllt die erstmal die gängigen Erwartungen der zahlreichen Fans der Battles. Technisch auf hohem Niveau, gut strukturiert und man kann dazu tanzen. Davor hören wir ein metallisches und hallendes Intro im vertrauten Gang – danach bietet sich Raum für Veränderungen, sowohl negative wie auch positive. ‚ Ice Cream (Featuring Matias Aguayo) ‚ besteht aus rasantem Geläute, Gitarren-Loops an der oberen Oktave und klanglichem Grunzen. Es sind Ping-Pong-artige Gitarrenriffs zwischen den unverkennbaren Battles-artigen Schichten und Tönen. Doch im weiteren Verlauf wird unverkennbar die fehlende Substanz deutlich. Denn der komplizierte Spagat zwischen spastischen Energien und makelloser Kontrolle bricht hier auseinander und verläuft sich in einem Experiment, welches mehr an eine Schule erinnert als an eine Sammlung verschiedener Songs. Und während dann zwar wieder der gesamte Mittelteil in ‚ Gloss Drop ‚ äußerst interessant wirkt, fehlt eigentlich ständig die Persönlichkeit. Diese glänzt durch Abwesenheit und einzig in den beiden Songs ‚ Futura ‚ und ‚ My Machines (Featuring Gary Numan) ‚ werden die Hörer brachial an Ihre Grenzen getrieben. Die zweite Hälfte des Albums versucht in kürzeren Spielzeiten und wird dadurch erfolgreicher. Denn auch in einem 108-Sekunden-Song können die Herrschaften nicht auf auf Gangwechsel verzichten und schieben dadurch alles dichter zusammen. Insgesamt bietet auch ‚ Gloss Drop ‚ eine Menge an beeindruckender Musikalität. Überzeugt durch eine herausragende Atmosphäre und verliert auf der anderen Seite durch die fehlende frenetische Energie aus Ihrem Debüt ‚ Mirrored ‚. Vielleicht hat es was mit dem Abgang von Braxton zu tun. Aber das sind nur Spekulationen, denn auch ‚ Gloss Drop ‚ erspielt sich viel Raum für zukünftiges Wachstum und lässt die Hoffnungen weiterleben.