Avey Tare’s Slasher Flicks – Enter The Slasher House

Avey Tare (Animal Collective), Angel Deradoorian (ex- Dirty Projectors) und Jeremy Hyman (Ponytail, Dan Deacon) sind Avey Tare’s Slasher Flicks. Also ein kleines Schwergewicht, was die Besetzung betrifft und dementsprechend gespannt verfolgte man in den letzten Wochen und Monaten den Werdegang des Projekts. Die erste Single ‚ Strange Colors ‚ erschien vor knapp zwei Wochen und wurde von einem herrlich schrägen Musikvideo begleitet. Dieses wurde von Oliva Wyatt in der Rolle der Regisseurin gedreht und zeigt eine funkige Visualisierung zu verschwommen Synth-Windstößen, hypnotischen Gesängen und einer unerbittlich stampfenden Rhythmus-Sektion. War Ihre erste Single ‚ Little Fang ‚ noch ein aufprallender Ohrwurm, gestaltet sich da ‚ Strange Colors ‚ wesentlich psychedelischer und kommt dabei dem Sound von Animal Collective am nächsten. Die Slasher Flicks wirken in diesen Minuten wie eine Inkarnation und doch ist die böige und abenteuerliche Macht der Irreführung nicht alles, was die drei Herrschaften zu bieten haben.

Und Sie verstehen sich darauf – den Hörer hoffnungslos zu überfordern. Die nervös, neurotisch und verkabelten Sounds knüppeln uns mit ÜberschallInformationen die Schädeldecke ein. Zudem sind die meisten Tracks sehr laut, es ist wie beispielsweise in ‚ Duplex Trip ‚ und ‚ Blind Babe ‚ viel zu viel los und lassen schlussendlich jeden Versuch das alles aufzunehmen, bereits im Keim ersticken. Avey Tare, Angel Deradooria und und Jeremy Hyman haben aber trotzdem Ihre lichten Momente in ‚ That It Won’t Grow ‚ und dem folgenden Paukenschlag ‚ Roses On The Window ‚ mit seinem außergewöhnlich groovenden Bässen. Man ist hier plötzlich inmitten zwischen den Herrschaften von Primal Scream oder Black Dice. Selten ist ein Nebenprojekt besser als die Arbeit der Hauptband – auch im Fall der Avey Tare’s Slasher Flicks gibt es Potential für Verbesserungen. ‚ Enter The Slasher House ‚ ist zwar weitestgehend unterhaltsam – besonders dann wenn klar definierte Basslinien auf herkömmliche Melodien treffen – aber als Gesamtes stiftet es leider übermäßig oft Verwirrungen.