
AVA MAX
AVA MAX zwischen Feuer, Neustart und schillernder Oberfläche: DON’T CLICK PLAY ringt mit Vergleichen, Selbstbehauptung und der Frage nach Identität im modernen Pop.
Ava Max hat in den letzten Jahren den Weg von der Chart-Sensation zur permanenten Zielscheibe von Vergleichen und Kritik zurückgelegt. Mit „Sweet But Psycho“ und „Kings & Queens“ schien sie eine Handschrift gefunden zu haben, doch die Folgealben wirkten oft wie Abziehbilder anderer Größen. „Don’t Click Play“, ihr drittes Studioalbum, trägt diese Bürde offen im Titel. Während sie im gleichnamigen Song die Zeilen „She’s a sample, singing Gaga imitation / But can’t Kings & Queens look good with Poker Faces?“ fast trotzig ins Mikro schleudert, bleibt die Frage bestehen, ob Selbstironie reicht, um die eigene Stimme im überfüllten Pop-Kosmos zu behaupten.
Die Hintergründe sind brüchig wie die Beats, die das Album tragen: Bruch mit Produzent Cirkut, das Ende einer engen Songwriter-Freundschaft, Managementwechsel und eine Social-Media-Pause, die viele Fans als komplettes Verschwinden deuteten. „The silence has ended“, erklärte Max später – ein Reset, den man im Tonfall der Platte zwar spürt, der jedoch nicht immer in Stärke übersetzt wird. „Lovin’ Myself“ will Selbstermächtigung feiern, doch die Hook wirkt wie ein Relikt aus vergangenen Popjahren. „Sucks to Be My Ex“ dehnt eine einzige Idee über Minuten. Nur selten, etwa im bissigen „World’s Smallest Violin“ oder im hymnischen „Know Somebody“, schimmert eine Dringlichkeit auf, die mehr ist als Floskel.
Das Albumcover inszeniert Max im Flammen-Dreieck, fast wie eine Figur in einem Zirkusakt, gefangen und doch kämpferisch. Diese Bildsprache passt zu Songs wie „How Can I Dance“, in denen sie von Fesseln singt, die sie sprengen will. Doch während das visuelle Feuer lodert, bleibt der musikalische Funkenflug oft aus. „Don’t Click Play“ wirkt wie eine Collage aus Mut, Marketing und der ständigen Abwehrhaltung gegenüber Kritik – weniger als ein organischer künstlerischer Schritt. Am Ende bleibt ein Album, das zwar von Verletzungen erzählt, aber selbst Wunden aufreißt: Der Kampf, sich von Vergleichen zu lösen, bleibt hörbar unvollendet. Max zeigt mehr Mut zur Offenheit, weniger Konsequenz in der Kunst. Das reicht nicht, um im Gedächtnis zu bleiben.
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