Atlas Sound – Parallax

Es gibt Produktivität und es gibt Bradford Cox. Beides verschmilzt hier zu einer untrennbaren Einheit. Der Singer / Songwriter wandelt kontinuierlich über die letzten Jahre zwischen Deerhunter und seinem Soloprojekt Atlas Sound. Die Veröffentlichungen erschienen meist im selben Jahr und als 2008 das ‚ Microcastle ‚ Album von Deerhunter frühzeitig im Netz veröffentlicht wurde, schob die Band kurzerhand das zweite Werk ‚ Weird Era Cont. ‚ hinterher. Die Fans hat es gefreut, die Verkaufszahlen schnellten nach oben. Ja genauso muss Produktivität aussehen. Und zurück im Jahr 2011 hat sich nun auf dem dritten Langspieler ‚ Parallax ‚ von Bradford Cox ein neues Element eingeschlichen: Klarheit. Ein zentrales Thema und damit auch wirklich alles verstanden wird, dringt die unverwechselbare Stimme wesentlich sauberer durch die Boxen, entschwebt und bleibt dennoch seltsam vertraut. Er rückt näher an sein Publikum heran, versprüht emotionale Präsenz, bleibt ehrlich und real. ‚ The Shakes ‚ und ‚ Amplifiers ‚ laden uns ein mit Ihren klingenden Melodien, den strahlenden Gitarren-Progressionen und eingängigen Melodien, während wir uns selbst noch in der Nähe von Deerhunter aufhalten. Erst mit den letzten Zeilen von ‚ Te Amo ‚ beendet Cox die gelungene Aufwärmphase, lässt die Rollen von Deerhunter langsam verblassen und offenbart kurz drauf einen ziemlich guten Eindruck dessen, wohin uns das Album in den kommenden Minuten führen wird. Das gleichnamige Titelstück ‚ Parallax ‚ wandert durch tropische Spheren, verzichtet dabei nicht, wie so manch anderes Stück, auf überflüssigen Schnickschnack und verpasst auch deshalb den strukturellen Entscheidungen keine Grenzen. Ein herrliches Stück Musikgeschichte. In der zweiten Albumhälfte wird das Album deutlich verhaltener. Intime Einblicke gewährt uns Cox in seinen Songs ‚ Terra Incognita ‚ und ‚ Flagstaff ‚, wobei letzteres wie ein verlorenes Juwel aus der 70er Jahre Psych-Folk-Szene klingt und zugleich mehr wie ein erweitertes Finale zu ‚ Terra Incognita ‚. Doch egal aus welchem Winkel man die Konstellationen dieser Songs beobachtet möchte – es bleibt das Gefühl der seltsamen Befreiung des Irdischen, das Gefühl einem unerschrockenen Forscher gefolgt zu sein und dabei mit ‚ Parallax ‚ ein exzellentes Album entdeckt zu haben…