Asylums – Genetic Cabaret

Das dritte Album der Asylums ist das Ergebnis intensiver persönlicher und sozialer Prüfungen. Es ist eine hartnäckige Ansammlung von verwirrten Gitarrenstücken, die Gefühle durch politische Verwirrung und emotionale Überlastung abbauen. Konzipiert in der Heimatstadt der Band, Southend on Sea, aufgenommen in Chicago mit dem legendären Toningenieur Steve Albini und gemastert in den legendären Abbey Road Studios in London, ist „Genetic Cabaret“ energiegeladener Indie Punk, der Apathie dekonstruiert und gleichzeitig zwischen Stabilität und Verletzlichkeit hin und her springt. Durch hochfliegende Melodien und schwere Gitarren bringt die Band all ihre kollektiven Erfahrungen in einem zusammen und hält einen Spiegel vor die guten und schlechten Seiten unserer heutigen Welt.

Der ungewöhnliche Titeltrack „Genetic Cabaret“ ist ein Paradebeispiel dafür. Luke Branch sagte dazu: “I’d stay up late every night binge-watching the news and political punditry and write songs all day. During writing and rehearsals, my wife fell pregnant and the huge emotional impact of that got me thinking about the world I was bringing our child into from a new perspective”. Tracks wie „A Perfect Life In A Perfect World“ folgen diesem Beispiel, wenn man die Unsicherheit des Lebens nach dem Lockdown und das allgemeine Wohlbefinden der Welt durch die Komplexität der Melodien sieht. 

Die Geschichte der Asylums ist zudem nicht nur die Blaupause für ein DIY-Leben im Jahr 2020, sondern auch das Verständnis, dass das, was andere als Schwächen empfinden (psychische Gesundheitsprobleme, Gitarrenmusik im Popgewand, die geringe finanzielle Rendite von Aufnahmen und Tourneen, die Streaming-Ära) eigentlich die Stärken sind, die die Band am Laufen halten, als viele andere schon lange wieder damit aufgehört haben. Asylums ist ein kreatives Kollektiv unerbittlicher Handwerker aus Southend – der Küstenstadt mit einer illustren Musikgeschichte von Unruhestiftern und Träumern der Arbeiterklasse.