As Tall As Lions – You Can’t Take It With You

Nachdem bereits am 13. August dem Hörer das komplette Album im Stream zur Verfügung stand, ist ‚ You Can’t Take It With You ‚ nun auch offiziell in den gut sortierten Plattenläden zu finden. Damit wird endlich die lange Wartezeit beendet, die nur mit der EP ‚ Into The Flood ‚ im November 2007 unterbrochen wurde und somit die erneute Versuchung auf bedingungslose Hingabe stark anheizte. Sehnlichst war der Wunsch in den letzten Wochen und Monaten geworden, sich wieder in den Bann ziehen zu lassen, die Atmosphäre und phantasievollen Rhythmen aufzusaugen wie magische Glückszahlen. Denn As Tall As Lions sind unbestrittene Meister auf diesem Gebiet. Sie sind weder ein Gespenst, noch bestehen Sie aus nackten Knochen, auch die Kombination aus Beiden ist der falsche Ansatz, vielmehr ist es der leichte Windhauch von frischem unverbrauchten Sauerstoff. Doch womit überrascht uns die Band aus Long Island, New York dieses Mal? Jugendliche Texturen seelenvoller Leidenschaft unterstreichen wieder die einzigartigen Songwriter-Fähigkeiten von Dan Nigro. Es ist die Reise eines gewagten Unternehmens in organische Lebensweisen und die Einstellung zu dem koexistieren der wunderschönen Darbietung in imaginären Orchestrierungen. Es spendet Vertrauen, setzt klare Markierungen in einer subtilen Enkaustik und lässt diese Techniken zwar aufwendiger erscheinen, doch die längere Haltbarkeit der Platte dürfte schon mit dem ersten Song ‚ Circles ‚ unabdingbar sein. Lebendig und kunstvoll präsentiert sich der Opener im Einklang mit dem Schweiß und den Tränen der harten und aufopferungsvollen Arbeit. „Our hands were nearly bleeding at one point. I wasn’t able to close them for the next day and a half“, waren hierzu die Worte von Schlagzeuger Saen Fitzgerald. Jeder Song brilliert mit einer perfekten Klarheit, der akribischen Zusammensetzung einzelner Funktionen und der heroischen Blues markierten Stimme. Dynamisch und dennoch gedrückt brummt eine leise Mittelmeer-Melodie durch die Anfangsminuten des gleichnamigen Titeltracks, bevor langsam der Beat einschreitet und in einer anmutigen Feinheit die atmosphärischen Turbulenzen glättet. Trotz einiger Experimente verlieren die Lions nie Ihre mühsam errichtete Pop-Sensibilität. Charmant und liebevoll greifen die New Yorker alte Gewohnheiten auf und überraschen mit einem Zusammenhalt par excellence. ‚ You Can’t Take It With You ‚ ist die pure Befriedung, eine Textzeile mit der man stolz durch die Straßen laufen möchte, das Geliermittel für elf Ausnahmesongs und die Person, mit der man sein restliches Leben verbringen möchte.