Apostle Of Hustle – Eats Darkness

Eine Idee ist entsprungen, mehr oder weniger von Andrew Whiteman, seines Zeichen Sänger und Songwriter der kanadischen Band Apostle Of Hustle. Auch zählt er neben Brendan Canning, Kevin Drew und Justin Peroff zum festen Bestandteil von Broken Social Scene. Aber das in den meisten Fällen mehr Spaß macht, seine eigene Band zu haben, gründete er zusammen mit Julian Brown und Dean Stone die Apostle Of Hustle und veröffentlichen nach Ihrem Debüt ‚ Folkloric Feel ‚ im Jahr 2004 und ‚ National Anthem Of Nowhere ‚ das nun dritte Werk ‚ Eats Darkness ‚, das von Martin Davis Kinack, einem weiteren Mitglied der Broken Social Scene, produziert wurde. Doch leider muss man schon recht früh feststellen, das auf dem dritten Langspieler die treue zu kubanischen Instrumenten über Bord geworfen wurde. Somit ist das einzigste Unterscheidungsmerkmal von Whiteman auf Grund gegangen und Apostle Of Hustle zählt sich nun mehr als Power Trio und dort ist nunmal kubanische und brasilianische Folklore fehl am Platz. Whiteman hat eine neue musikalische Persönlichkeit angenommen und verabschiedet sich außerdem von Genre übergreifenden Definitionen, wollen den Rock beherrschen und fühlen sich doch nur wie eine verspielte Truppe auf Abenteuerreise an. Dabei hat Whiteman keineswegs sein Talent vergessen. Es ist nach wie vor bewundernswert, wie die besten Songs mit seinen Ressourcen durch schieren Fleiß übertroffen werden. Viele Musiker müssen an dieser Stelle große Abstriche hinnehmen. ‚ Eazy Speaks ‚ ist das perfekte Beispiel für Whiteman´s Ausführungen. Er verpackt alle relevanten Informationen in lebhaften und zugänglichen Soundkonstruktionen, ohne dabei das Vertrauen des Hörers zu missbrauchen. ‚ Xerses ‚ windet sich auf lyrischen Basslines und scheitert einzig an der Länge des Stückes. Insgesamt bietet ‚ Eats Darkness ‚ jede Menge Sound Effekte, unheimliche, subtile Logik und Wahrheiten, doch leider ordnen sich diese in keiner nachvollziehbaren Reihenfolge aneinander. Symbolisch dafür steht der Reggae-Dub-Song ‚ Perfect Fit ‚. Ja ein Moment der wohl in jedem Leben eines Indie-Rockers mal auftauchen muss. Doch wie oft muss dieser Versuch noch kläglich scheitern, wie oft muss die Schamgrenze noch überschritten werden, damit auch endlich der Letzte kapiert, Indie-Reggae ist einfach nur ekelerregend und nicht ein bisschen sexy. Dieses abtörnende Erlebnis hätte Whiteman uns definitiv ersparen können und wie bereits beschrieben, dieser Song zeigt am deutlichsten, wie sehr die Platte nach Halt sucht. Es gibt keine Reihenfolge, es wackelt zwischen schwungvollen Indie-Rock und schwerfälligen Pseudo Reggae und findet nicht die Mitte. Leider bleiben Apostle Of Hustle mit der dritten Platte ‚ Eats Darkness ‚ weit hinter dem, was die Band einst so ausgezeichnet hat.